Aktualisiert 06.02.2008 13:54

Sirenenalarm in der ganzen Schweiz

Am Mittwoch zwischen 13.30 und 15.00 Uhr ertönen in der ganzen Schweiz die Sirenen. Im Ernstfall wird die Bevölkerung auch über das Radio informiert. Das wirft die Frage auf, ob das Alarmsystem denn wirklich zuverlässig ist.

Wie jedes Jahr am ersten Mittwoch im Februar werden auch heute in der Schweiz die Sirenen zu Prüfzwecken aufheulen. Doch von den Sirenen auf den Dächern öffentlicher Gebäude wird nicht jeder informiert. Im hügeligen Appenzellerland, aber auch im Kanton St. Gallen, gibt es nicht nur Radio- und Handy-«Funklöcher», sondern auch Orte, die vom Heulkonzert der stationären Sirenen nicht erreicht werden. Damit aber auch die Menschen in diesen Landesteilen nicht ungewarnt bleiben, sind auch Fahrzeuge mit mobilen Sirenen unterwegs und beschallen die «Alarmlöcher».

Weisse Alarmflecken

Mit den über 7000 festinstallierten Sirenen und den mobilen Alarmsystemen «erzielen wir eine gute Abdeckung,» sagt der Leiter der Koordinationsstelle des Ausserrhoder Amts für Militär und Bevölkerungsschutz, Detlev Eberhard. «Eine hundertprozentige Abdeckung gibt es allerdings nie.» Wegen der schwierigen Topografie und den Streusiedlungen müssen einzelne Personen in abgelegenen Weilern im Ernstfall telefonisch gewarnt werden, sagt Eberhard.

Die letzten Heuler

Auch im Kanton St. Gallen werden dieses Jahr die mobilen Sirenen gestestet und die Routen abgefahren, wie Peter Müller, Abteilungsleiter Infrastruktur Zivilschutz im Sicherheits- und Justiz-Departement sagt. Diese Tests seien in den vergangenen Jahren etwas vernachlässigt worden. Es seien lediglich die Sirenen getestet, aber nicht die Routen abgefahren worden. Jeweils rund ein Prozent der Sirenen habe die Tests der vergangenen Jahre nicht bestanden.

Zwölf Dauertöne

Nach dem Signal «Allgemeiner Alarm» wird in Gebieten unterhalb von Stauanlagen ab 14.15 Uhr auch das Zeichen «Wasseralarm» ausgelöst. Es besteht aus zwölf tiefen Dauertönen von je 20 Sekunden im Abstand von je 10 Sekunden. Der Wasseralarm ertönt stets nach dem Zeichen «Allgemeiner Alarm» und bedeutet, dass man das gefährdete Gebiet sofort verlassen soll. Am Mittwoch darf der Wasseralarm bis 15.00 Uhr wiederholt werden.

Radio hören

Im Ernstfall sollte sofort das Radio angeschaltet werden. Da auch bei Radio DRS manchmal technische Pannen vorkommen, stellt sich die Frage, ob dieses System «wasserdicht» ist. «Ja», sagt Detlev Eberhard: «Schweizer Radio DRS ist eines der sichersten Radios.» Darauf, dass im Ernstfall sofort alle Sendungen von Radio DRS unterbrochen und der entsprechende Alarmtext gesendet werde, könne man sich verlassen, sagt Andreas Notter, Leiter Kommunikation von Schweizer Radio DRS. Die Kantonspolizeien hätten einen direkten Draht zum Radio-Studio in Bern. Weitere Hinweise und Verhaltensregeln finden sich auf den hintersten Seiten jedes Telefonbuches unter «Alarmierung der Bevölkerung».

Ab in den Keller?

Kennen Sie sich mit den Alarmen aus? Wissen Sie, wie ein Wasseralarm tönt? Oder wie Sie sich im Falle eines Strahlenalarms verhalten sollten? Machen Sie mit beim grossen Sirenen-Quest (sda)

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