Aktualisiert

Unruhen in LibyenSitz der neuen Regierung angegriffen

Demonstranten haben den Sitz des libyschen Übergangsrats in der früheren Rebellenhochburg Bengasi gestürmt. Nach einer stundenlangen Belagerung ist das Gebäude angegriffen worden.

Hunderte von Personen demonstrierten am 20. Januar und verlangten, dass in Libyen die Scharia eingeführt wird.

Hunderte von Personen demonstrierten am 20. Januar und verlangten, dass in Libyen die Scharia eingeführt wird.

Wie ein Mitglied des Übergangsrates am Samstag erklärte, haben die Demonstranten bei der STürmung des Sitzes der provisorischen Regierung mehrere Büros verwüstet. Im Laufe des Samstags hatten sich mehrere hundert Menschen vor dem Gebädue versammelt und für mehr Transparenz und den Ausschluss von früheren Verantwortlichen der Führung um Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi von wichtigen Posten demonstriert.

Bis zum Abend stieg die Zahl der Demonstranten auf rund 1500, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. Mehrere Granaten explodierten. Bereits am Freitag hatten bis zu 3000 Menschen für die Einführung des islamischen Rechtssystems Scharia demonstriert.

Islam als Staatsreligion

Einige Demonstranten hielten den Koran hoch. In einem Flugblatt forderten die Teilnehmer, dass der Islam als Staatsreligion in der Verfassung verankert wird. Dieser Artikel dürfe nicht in einem Referendum über die Verfassung zur Abstimmung stehen. Die Demonstranten sprachen sich auch gegen einen Föderalstaat aus.

Unter den Teilnehmern war Ghaith al-Fachri, einer der führenden Köpfe der islamistischen Bewegung in Libyen. Der Vorsitzende des Nationalen Übergangsrates des nordafrikanischen Landes, Mustafa Abdul Dschalil, hatte am 23. Oktober zugesagt, dass das Rechtssystem des neuen libyschen Staates überwiegend von der Scharia beeinflusst sein soll. (sda/afp)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.