Aktualisiert 07.08.2019 04:36

Italien

Sitzen auf der Spanischen Treppe ist ab sofort tabu

Rom wehrt sich mit Verboten gegen den Massentourismus. Wer dagegen verstösst, muss zahlen.

von
roy
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Das Bild der Spanischen Treppe, auf der sich viele Touristen hinsetzen, gehört der Vergangenheit an. (4. Mai 2019)

Das Bild der Spanischen Treppe, auf der sich viele Touristen hinsetzen, gehört der Vergangenheit an. (4. Mai 2019)

AFP/Vincenzo Pinto
Mit Trillerpfeife vertrieben Polizisten nun die Besucher.

Mit Trillerpfeife vertrieben Polizisten nun die Besucher.

AFP/Filippo Monteforte
Auch eine Hilfstruppe (in gelben Westen) ist unterwegs.

Auch eine Hilfstruppe (in gelben Westen) ist unterwegs.

AFP/Filippo Monteforte

Touristen dürfen nicht mehr auf der berühmten Spanischen Treppe in Rom sitzen und la Dolce Vita geniessen. Polizisten vertrieben am Dienstag mit Trillerpfeifen Besucher, die sich auf den berühmten Marmorstufen im Zentrum der italienischen Hauptstadt ausruhen wollten.

Der Stadtrat hatte im Sommer einen Erlass verabschiedet, der es untersagt, sich auf Monumente zu setzen. Bei Zuwiderhandlungen drohen Strafen von bis zu 400 Euro.

Verboten wurden auch weitere Verhaltensweisen, die den Stadtverantwortlichen ein Dorn im Auge sind - etwa das Baden in Brunnen und das Spazierengehen ohne T-Shirt oder Hemd. Rom will damit die Auswirkungen des Massentourismus unter Kontrolle bringen.

Kaugummis und Rotweinflecken

Die im 18. Jahrhundert errichtete Spanische Treppe, die zur Kirche Trinita dei Monti führt, ist eine der berühmtesten Touristenattraktionen Roms. 2016 wurden sie für 1,5 Millionen Euro renoviert. Die Freitreppe war nicht nur durch Luftverschmutzung, sondern auch durch Kaugummis, Kaffee- und Rotweinflecken in Mitleidenschaft gezogen worden.

Auch andere italienische Städten versuchen mit strengeren Regeln, des Touristenansturms Herr zu werden. In Venedig beschloss der Stadtrat im Mai strikte Massnahmen, um die Unesco-Welterbestadt besser zu schützen. Das bekamen kürzlich zwei Touristen aus Deutschland zu spüren: Sie mussten 950 Euro Strafe zahlen, weil sie an der berühmten Rialtobrücke Kaffee kochten. (roy/sda)

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