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Nach Demos vom WochenendePolizei «toleriert unbewilligte Demo» an Zürcher Langstrasse

Nachdem am Samstag Demonstrantinnen und die Polizei aneinander geraten sind, wurde am 8. März zu einem Sitzstreik vor der Stadtpolizei Zürich aufgerufen. Auch in Basel findet eine nicht angemeldete Kundgebung statt.

von
Lynn Sachs
Alexia Mohanadas
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Es wurde zu einem Sitzstreik vor der Polizeiwache aufgerufen.

Es wurde zu einem Sitzstreik vor der Polizeiwache aufgerufen.

20min/News-Scout
Rund 20 Demonstrierende sind an den Bahnhofquai gekommen.

Rund 20 Demonstrierende sind an den Bahnhofquai gekommen.

BRK News
Der Zugang zur Polizeiwache ist mit Gittern abgesperrt.

Der Zugang zur Polizeiwache ist mit Gittern abgesperrt.

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Darum gehts

  • Am Samstag ist in Zürich eine Demonstration zum Internationalen Frauentag eskaliert.

  • Am Montag wird zu einem Sitzstreik vor der Polizeiwache in Zürich aufgerufen.

  • Auch in Basel ist eine unbewilligte Demo angekündigt.

Heute, Montag, ist der Internationale Frauentag. In Basel und Zürich sind unbewilligte Demonstrationen angekündigt. In Zürich haben sich rund 20 Demonstrierende versammelt, wie ein Reporter vor Ort sagt. Die Polizei sei mit einem Grossaufgebot präsent und habe den Zugang zur Polizeiwache mit Gittern abgesperrt. Bereits auf Twitter hatte die Stadtpolizei Zürich gewarnt, dass die Aktion nicht toleriert werde.

Am Samstag hatten sich mehrere hundert Demonstrierende nach Aufruf des «Feministischen Streikkollektivs» auf dem Zürcher Helvetiaplatz versammelt. Die illegale Veranstaltung wurde nach kurzer Zeit von einem grossen Polizeiaufgebot aufgelöst. Die Polizei war gegen die Protestierenden vorgegangen und setzte Tränengas ein. Auch Wasserwerfer standen für den Einsatz bereit. Auf einem Video ist zu sehen, wie eine Demonstrantin zu Boden geht. Bei diesem Einsatz wurde laut Polizeiangaben ein Polizist von einer Demonstrationsteilnehmerin gebissen.

Nach diesem Vorfall ist die Wut in der Community gross. Sie haben am Montag zu einem Sitzstreik vor dem Hauptsitz der Stadtpolizei Zürich aufgerufen. «Wir sind es leid, tagtäglich Gewalt zu erleben, auch während wir uns gegen Gewalt an uns stark machen», schreibt das «Feministische Streikkollektiv» auf Social Media. Die Teilnehmenden werden dazu aufgefordert, sich um 18 Uhr mit Transparenten und Schildern bei der Urania zu versammeln.

Später verlagerte sich das Geschehen auf die Langstrasse. Um kurz nach 20.30 Uhr twitterte dann die Stapo Zürich, dass man eine unbewilligte Demo begleite und den friedlichen Umzug toleriere.

Auf Anfrage von 20 Minuten sagte Christian Spaltenstein, Sprecher der Stadtpolizei um 21.40 Uhr, dass der Einsatz beendet sei und sich der Umzug aufgelöst habe. Man beobachte die Situation aber weiter.

Unbewilligte Demo in Basel

Auch in Basel haben sich um 18 Uhr mehrere hundert Aktivistinnen rund am Theaterplatz versammelt. Ein entsprechender Aufruf kursiert seit Tagen in den sozialen Medien und wurde per SMS versandt. Die Kundgebung wurde nicht angemeldet und ist nicht bewilligt. Eine Polizistin warnte die Teilnehmerinnen per Megafon-Durchsage davor, dass die Polizei eingreifen werden, sollte es zu Sachbeschädigungen kommen oder wenn ihre Anweisungen nicht befolgt würden.

Im Vorjahr wurde ein nicht bewilligter Demonstrationszug auf der Johanniterbrücke von der Polizei aufgelöst. Diese kesselte die Demonstrantinnen ein und unterzog im Anschluss praktisch alle Teilnehmerinnen einer Personenkontrolle.

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