Autovermieter: Sixt getraut sich nicht, Trump zu veräppeln
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AutovermieterSixt getraut sich nicht, Trump zu veräppeln

Sixt ist bekannt für provokative Auto-Werbungen. In den USA wollte die Firma nun Donald Trump verulken. Doch im letzten Moment folgte der Rückzieher.

von
kwo
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Sixt-Chef Erich Sixt ist bekannt für seine provokative Werbung.

Sixt-Chef Erich Sixt ist bekannt für seine provokative Werbung.

Tobias Hase
Doch an Donald Trump getraut er sich nicht ran, das ist ihm zu heikel.

Doch an Donald Trump getraut er sich nicht ran, das ist ihm zu heikel.

AP/Gerald Herbert
Ein Beispiel für die Werbung von Sixt: AfD-Politiker Gauland muss daran glauben, weil er nicht neben dem beliebten DFB-Spieler Jerôme Boateng wohnen möchte.

Ein Beispiel für die Werbung von Sixt: AfD-Politiker Gauland muss daran glauben, weil er nicht neben dem beliebten DFB-Spieler Jerôme Boateng wohnen möchte.

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Erich Sixt liebt die Provokation. Der Chef des grössten deutschen Autoverleihers hat auf Plakaten schon die deutsche Kanzlerin Angela Merkel mit zu Berge stehenden Haaren nach einer Cabriofahrt gezeigt oder sich über die deutsche Familienministerin Ursula von der Leyen lustig gemacht. Vor europäischen Politikern – das zeigen viele Beispiele – hat Sixt also keine Angst.

Anders sieht es in den USA aus, wie ein Bericht der Zeitung «Die Welt» zeigt. Denn an Donald Trump wagt sich der Autoverleiher bei seiner US-Expansion nicht heran. Dabei hätte Sixt den Präsidentschaftskandidaten nur zu gern als Werbemotiv verwendet. Auf seinem Schreibtisch habe er jede Menge Trump-Motive, so der Konzernchef.

Anwälte rieten ab

Nach Gesprächen mit seinen US-Anwälten und der Frage, «was eine Trump-Anzeige kosten könnte, wenn er gegen uns vorgeht», hat Sixt laut «Welt» aber die Lust verloren. «Da wäre unser operatives Ergebnis wahrscheinlich vernichtet gewesen.»

Was auf den Trump-Anzeigen zu sehen gewesen wäre, verriet Sixt nicht. In den USA hat Sixt statt Provokationen nun lustige Werbungen mit bayrischen Blaskapellen geschaltet.

Ein Zukunftsmarkt

Erich Sixt sehe Nordamerika als Zukunftsmarkt für seinen Konzern. Langfristig wolle er bis zu 1000 Stationen einrichten – auch wenn es derzeit erst 63 sind. Im nächsten Jahr soll das US-Geschäft erstmals operativ mit schwarzen Zahlen abschliessen, so Sixt.

Und seine Ziele für die Zukunft sind ambitioniert. In zehn Jahren könnte das US-Geschäft sogar grösser sein als das in Europa, heisst es bei Sixt. Auch das Taxi-Konzept MyDriver könnte dabei vermehrt zum Einsatz kommen. Ein erster Test findet voraussichtlich 2017 in New York statt.

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