Aktualisiert 08.05.2015 14:40

Aufruf zum TretenSixt-Werbung verärgert Deutsche in der Schweiz

Die Autovermietung Sixt provoziert mit einem Inserat, das vielen sauer aufstösst. Darauf wird dafür geworben, «einen Deutschen zu treten».

von
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«Die günstigste Gelegenheit, mal einen Deutschen zu treten»: Mit diesem Spruch wirbt Autovermieter Sixt in der Schweiz für seine Flotte von Fahrzeugen deutscher Marken. Das finden nicht alle Deutschen lustig.

«Die günstigste Gelegenheit, mal einen Deutschen zu treten»: Mit diesem Spruch wirbt Autovermieter Sixt in der Schweiz für seine Flotte von Fahrzeugen deutscher Marken. Das finden nicht alle Deutschen lustig.

Sixt
Das deutsche Unternehmen ist bekannt für seine witzige und provokative Werbung. So hat Sixt Claus Weselsky, den Chef der deutschen Lokführergewerkschaft, schon mehrfach zum «Mitarbeiter des Monats» ernannt - jeweils dann, wenn er einen Streik organisiert und damit dafür sorgt, dass die Nachfrage nach Mietwagen steigt.

Das deutsche Unternehmen ist bekannt für seine witzige und provokative Werbung. So hat Sixt Claus Weselsky, den Chef der deutschen Lokführergewerkschaft, schon mehrfach zum «Mitarbeiter des Monats» ernannt - jeweils dann, wenn er einen Streik organisiert und damit dafür sorgt, dass die Nachfrage nach Mietwagen steigt.

Sixt
Diese Woche wars dank dem aktuellen Lokführer-Streik in Deutschland erneut so weit.

Diese Woche wars dank dem aktuellen Lokführer-Streik in Deutschland erneut so weit.

Sixt

Die Autovermietung Sixt ist bekannt für clevere und witzige Werbung. Mit der neusten Kampagne scheint die deutsche Firma aber ein Eigentor geschossen zu haben. Auf dem Plakat sind drei deutsche Autos zu sehen, darunter der Slogan: «Die günstigste Gelegenheit, mal einen Deutschen zu treten.»

Sixt meint natürlich das Gaspedal – das im Schweizerdeutschen gedrückt und nicht getreten wird. Das könnte mit ein Grund sein, weshalb die Kampagne überhaupt nicht gut ankommt. Auf der Facebook-Seite des Unternehmens häufen sich die Beschwerden.

Eine Nutzerin schreibt: «Na danke, Sixt, dass ihr den Schweizern diese Möglichkeit bietet (bzw. ihnen überhaupt sagt, dass das eine Möglichkeit wäre) – Gewaltverherrlichung ist immer gut!» Eine andere schreibt: «Da hat eure Marketingabteilung wohl komplett versagt.» Ein weiterer Nutzer macht seinem Ärger Luft: «Dümmer gehts nicht mehr!»

«Wie fühlen sich die Deutschen dabei?»

Der Präsident des Swiss-German-Clubs, Fritz Burkhart, sagt zu 20 Minuten: «Das finde ich nun wirklich blöd. Werbung sollte mit einem Augenzwinkern kreiert werden, zum Schmunzeln anregen – aber das ist für die Beziehung mit unseren Nachbarn nicht gerade förderlich.» Er frage sich auch, wie sich die Deutschen in der Schweiz fühlen, wenn sie diese Werbung sehen.

Eine Sprecherin von Sixt sagt zu 20 Minuten: «Anzeigen von Sixt sind immer mit einem Augenzwinkern zu verstehen.» Den Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit weise man weit zurück.

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