Verband entschuldigt sich - Skandal an Kletter-WM – TV filmt gezielt Hintern von Athletin
Publiziert

Verband entschuldigt sichSkandal an Kletter-WM – TV filmt gezielt Hintern von Athletin

Österreichs Star-Boulderin Johanna Färber erhält eine Entschuldigung vom Kletterweltverband. Sie wurde bereits mehrfach Opfer voyeuristischer TV-Bilder.

von
Anamaria Peyer
1 / 3
Johanna Färber wurde in ihrem Wettkampf unvorteilhaft fotografiert. 

Johanna Färber wurde in ihrem Wettkampf unvorteilhaft fotografiert.

imago images/Eibner Europa
Schon im Frühsommer filmte der ORF beim Weltcup in Innsbruck ihr Gesäss, ebenfalls mehrere Sekunden lang in Grossaufnahme.

Schon im Frühsommer filmte der ORF beim Weltcup in Innsbruck ihr Gesäss, ebenfalls mehrere Sekunden lang in Grossaufnahme.

imago images/Eibner Europa
Nun folgt ein «Sorry» vom Kletterverband. 

Nun folgt ein «Sorry» vom Kletterverband.

imago images/Eibner Europa

Darum gehts

  • Johanna Färber blieb ohne Erfolg an der Kletter-Weltmeisterschaft.

  • In den sozialen Medien kursierte dafür ein Bild vom Hintern des Boulder-Ass.

  • Der Weltverband der Sportkletterer entschuldigte sich bei der 23-Jährigen.

Die Kletter-WM lief für Österreichs Boulder-Asse nicht nach Wunsch: Keine Finalteilnahme bei den Frauen und Männern. Die österreichische Meisterin Franziska Sterrer wurde im Halbfinal 20., ihre Vorgängerin Johanna Färber 19. Färber sagte nach dem Wettkampf: «Leider sollte es heute einfach nicht sein. Ich habe nicht gut in die Runde gefunden und bin irgendwie nicht richtig reingekommen, obwohl ich mich körperlich eigentlich gut gefühlt habe.»

Die verpasste Final-Teilnahme war nicht das einzige Ärgernis für die 23-Jährige. In den sozialen Medien sorgten die ausgestrahlten Bilder des Wettkampfes für Aufregung. Färbers Hintern wurde in Zeitlupe und Grossaufnahme gezeigt, auf die Magnesium-Handabdrücke gezoomt.

Ein Sorry vom Weltverband

Jetzt entschuldigte sich der Weltverband der Sportkletterer bei der Österreicherin: «Der IFSC möchte sich zutiefst bei Johanna Färber, dem österreichischen Kletterverband und der gesamten Sportklettergemeinschaft für die Bilder entschuldigen, die während des Boulder-Halbfinals ausgestrahlt wurden.»

IFSC-Präsident Marco Scolaris geht mit dem eigenen Verband hart ins Gericht: «Wie oft muss man eigentlich etwas falsch machen, bevor wir lernen, wie man es richtig macht?» Es ist nicht das erste Mal, dass sexistische Darstellungen von Athletinnen für Unmut sorgen.

ORF-Eklat in Innsbruck

Färber hatte das im Vorfeld der WM bereits am eigenen Leib erfahren müssen. Im Frühsommer filmte der ORF beim Weltcup in Innsbruck ihr Gesäss, ebenfalls mehrere Sekunden lang in Grossaufnahme. Nachdem sie sich selbst über die sexistischen Bilder auf Instagram beschwert hatte, folgte vom ORF eine Entschuldigung.

Färbers Statement: «Ich wurde in sehr vielen Storys markiert und Leute schicken mir andauernd Nachrichten. Diesen Clip in Zeitlupe im Fernsehen und im YouTube-Livestream zu zeigen, ist so respektlos und ärgerlich. Ich bin eine Athletin und will meine beste Leistung zeigen. Um ehrlich zu sein, ist es mir unangenehm, dass Tausende Menschen diese Szenen gesehen haben. Wir müssen aufhören, Frauen im Sport zu sexualisieren und anfangen, ihre Leistungen zu schätzen.»

Die Entschuldigung des ORF: «Wir geben zu, dass wir uns für einen kurzen Moment dazu entschlossen haben, den Klettersport in einer falschen Form zu zeigen.» Der Kletterweltverband hatte dieses Schreiben noch auf Twitter veröffentlicht, beging nun aber den gleichen Fehler.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

8 Kommentare