Skandal in Krematorium
Aktualisiert

Skandal in Krematorium

Zweieinhalb Jahre nach der Aufdeckung horrorartiger Zustände in einem amerikanischen Krematorium hat vor einem Gericht im US-Staat Georgia am Montag der Prozess gegen den früheren Betreiber begonnen.

Auf dem Gelände des Krematoriums in Noble waren 334 verwesende und nicht bestattete Leichen entdeckt worden. Der Angeklagte Brent Marsh hatte erklärt, dass die Toten nicht eingeäschert wurden, weil die Brennkammer defekt sei.

Das Krematorium nahm Aufträge von etwa 30 Bestattungsunternehmen aus Georgia, Tennessee und Alabama an. Diese haben bereits insgesamt 36 Millionen Dollar Schmerzensgeld an die Hinterbliebenen der Toten bezahlt. Einige Angehörigen hatten statt der Asche ihrer Toten eine Art Zementpuder in Urnen erhalten.

Marsh verfolgte die Auswahl der Geschworenen am Montag ohne erkennbare Gemütsregung. In dem Zivilverfahren geht es zunächst nur um die Schuldfrage, erst in einem eventuellen zweiten Prozess soll über konkrete Schadensersatzforderungen entschieden werden. Im Oktober beginnt zudem noch ein Strafprozess gegen den Angeklagten. (dapd)

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