2:1-Sieg – Nach Stangen-Attacke und Abbruch – Betis gewinnt Cupspiel gegen Sevilla
Aktualisiert

2:1-Sieg Nach Stangen-Attacke und Abbruch – Betis gewinnt Cupspiel gegen Sevilla

Die Copa del Rey bot das Stadtduell zwischen Real Betis und FC Sevilla. Der Leckerbissen nahm am Samstag ein jähes Ende: Spielabbruch nach 39 Minuten. Am Sonntag wurde nun weitergespielt, Betis gewann.

Der Stangenwurf ist im Video gut zu sehen.

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Darum gehts

Plötzlich lag da Sevillas Joan Jordan am Boden und hält sich den Kopf. Was war passiert? Als die Fans von Betis Sevilla den Ausgleich von Nabil Fekir – notabene ein direkt verwandelter Eckball – gegen ihren Rivalen feierten, wurde einer von ihnen ausfällig: Aus den proppenvollen Rängen des stimmungsgeladenen Estadio Benito Villamarin flog plötzlich eine Stange aufs Feld – und traf Jordan voll am Kopf. Der Fussballer ging unter Schmerzen zu Boden.

Der Skandal war perfekt. Obwohl sich Jordan glücklicherweise nicht schwer verletzte, schickte Schiedsrichter Ricardo De Burgos Bengoetxea, der die Tatwaffe schnell ausfindig machte, beide Teams in die Kabine. Rund 45 Minuten später wurde die Partie schliesslich beim Stand von 1:1 ganz abgebrochen. Ein Spektakel-Abend endete in einem Desaster.

Nach dem Abbruch teilte Betis mit: «Real Betis verurteilt den Wurf des Gegenstandes auf das Schärfste. Der Club arbeitet mit der nationalen Polizei zusammen, um den mutmasslichen Täter zu identifizieren. Real Betis hatte immer die Absicht, das Spiel fortzusetzen und hofft, es so bald wie möglich abschliessen zu können.» Am Sonntag wurde dann bekannt: Die Partie, sie wird fortgesetzt. Und zwar bereits am Sonntagnachmittag um 16 Uhr – und vor leeren Rängen. Betis setzte sich dann dank des Tors von Sergio Canales in der 73. Minute mit 2:1 (1:1) durch und zog in den Viertelfinal ein.

Nicht der erste Skandal beim Sevilla-Derby

Der Fan-Eklat am Samstagabend sorgte in Spanien für grosse Empörung: «Ein Idiot ruiniert das Derby», titelte die Fachzeitung «Marca» am Sonntag gross auf Seite eins. Doch es war nicht nur der eine, bisher nicht identifizierte, Fan, der am Samstag für Ärger sorgte.

Als Jordán zu Boden ging, wurden er und das Gästeteam von einem Teil der Betis-Anhänger noch minutenlang mit Sprechchören beleidigt. Spieler von Betis verurteilten zwar den Zwischenfall, versuchten aber auch, ihn zu relativieren. Sie warfen dem Trainer des FC Sevilla, Julen Lopetegui, vor, er habe Jordán dazu aufgerufen, «sich auf den Boden zu werfen und einen Schwindelanfall vorzutäuschen». Dabei hielt sich der 27 Jahre alte Jordán zwar am Boden kurz den Kopf, stand aber schnell wieder auf. «Das ist alles die dunkle Seite unseres Fussballs», kommentierte das Fachblatt «AS».

Bereits vor knapp 15 Jahren war ein Sevilla-Derby im Betis-Stadion abgebrochen worden. Damals, am 28. Februar 2007, war Gästetrainer Juande Ramos im Pokal-Rückspiel von einer von einem Fan geworfenen Flasche am Kopf getroffen worden. Immerhin ein gutes Omen für den FC Sevilla: Die «Roten» gewannen damals den Cup.

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Sevillas Joan Jordan wird im Derby gegen Betis von einer Stange am Kopf getroffen.

Sevillas Joan Jordan wird im Derby gegen Betis von einer Stange am Kopf getroffen.

AFP
Die Stange flog aus dem Block der Heimfans von Betis aufs Feld.

Die Stange flog aus dem Block der Heimfans von Betis aufs Feld.

AFP
Die Partie wurde zunächst unterbrochen und schliesslich ganz abgebrochen.

Die Partie wurde zunächst unterbrochen und schliesslich ganz abgebrochen.

AFP

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(sih/nih/dpa)

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