Vor Frauen masturbiert: Skandal-Komiker Louis C.K. kommt in die Schweiz

Aktualisiert

Vor Frauen masturbiertSkandal-Komiker Louis C.K. kommt in die Schweiz

Komiker Louis C.K. war in den USA ein Superstar, bis er 2017 mehrere Fälle von sexueller Belästigung zugab. Am 26. November tritt er in Basel auf. In Zürich platzte ein geplanter Auftritt.

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obr
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Louis C.K. musste 2017 im Rahmen der #metoo-Bewegung kürzer treten. Heute geht er wieder auf Tour. Und zwar international.

Louis C.K. musste 2017 im Rahmen der #metoo-Bewegung kürzer treten. Heute geht er wieder auf Tour. Und zwar international.

Keystone/AP/Chris Pizzello
Der Aufschrei war gross: Auf Twitter empörten sich Kabarettist Daniel Vetter und Autorin Sibylle Berg über den Auftritt des Skandalkomikers in der Schweiz.

Der Aufschrei war gross: Auf Twitter empörten sich Kabarettist Daniel Vetter und Autorin Sibylle Berg über den Auftritt des Skandalkomikers in der Schweiz.

Screenshot Twitter
Der Komiker ging zu Beginn sein Comeback noch zaghaft an. Offensichtlich stiess der Neustart auf Wohlwollen. Die Schweizer Show seiner internationalen Tour findet im 1500 Plätze bietenden Kongresszentrum in Basel statt.

Der Komiker ging zu Beginn sein Comeback noch zaghaft an. Offensichtlich stiess der Neustart auf Wohlwollen. Die Schweizer Show seiner internationalen Tour findet im 1500 Plätze bietenden Kongresszentrum in Basel statt.

Wikipedia/privat

Stand-up-Comedian Louis C.K. gab 2017 zu, vor Frauen masturbiert zu haben. Im Zuge der #metoo-Bewegung musste der 52-jährige Komiker aus dem Rampenlicht treten. Unter dem Hashtag haben Opfer reihenweise sexuelle Belästigungen durch prominente Männer öffentlich gemacht, nachdem Vergewaltigungsvorwürfe gegen den Filmproduzenten Harvey Weinstein erhoben wurden. Zwei Jahre nach dem Karriere-Knick kommt der gefallene Komiker Louis C.K. nun aus der Versenkung. Mit einer internationalen Tour.

Twitter lief nach der Ankündigung am Dienstag heiss: Kabarettist Gabriel Vetter zeigte sich empört und Autorin Sibylle Berg fragte: «Wird er IHN rausholen?» Andere verweisen darauf, dass jeder freiwillig das anschauen geht. Kann über die sexuelle Belästigung Gras wachsen?

«Die Verpflichtung ist riskant»

Das Echo auf Louis C.K.'s Neustart lässt dies jedenfalls vermuten. Wie die «New York Times» berichtet, startete der Comedian sein Comeback vor ein paar Monaten zaghaft. Offensichtlich plant er nun grösser: Sein Gastspiel im 1500 Zuschauer fassenden Saal des Kongresszentrums in Basel findet im Rahmen einer internationalen Tour statt. Er gastiert auch Israel, Italien, Slowakei und Ungarn.

Der Komiker selbst nicht für Interviews zur Verfügung, sagt Ahmed Bilge vom Veranstalter «The American Stand-up Show». Bilge, selbst Komiker, ist sich des Sprengpotenzials bewusst: «Die Verpflichtung ist schon riskant», sagt der 29-Jährige. «C.K. ist in der Öffentlichkeit nie rehabilitiert worden, obwohl ihm auch Taten nachgesagt wurden, die nachweislich nicht stimmten.» In London sei eine Show wegen des öffentlichen Aufschreis abgesagt worden. Das Volkshaus Zürich habe in allerletzter Sekunde einen Rückzieher gemacht, so Bilge.

Weitere sexistische Witze?

So zieht er die Show in Basel durch. Denn: «Ich glaube nicht, dass die Schweizer Louis C.K. pauschal verurteilen. Diejenigen, die für den Eintritt bezahlen, geniessen die Comedy ungeachtet der Vorgeschichte.» Die Europäer, die die Hälfte des Publikums seiner englischsprachigen Shows ausmachten, seien viel toleranter gegenüber sexueller Themen als Amerikaner, sagt Bilge. Auf der Veranstaltungsankündigung steht denn auch «Mature Content».

Die Schweizer Expat-Community, die hauptsächlich die Events der American Stand-up Show besuchen, sind denn auch «excited». Die Ankündigung der Veranstaltung wurde auf Facebook begeistert kommentiert. Innert 24 Stunden war bereits ein Drittel der 1500 Karten weg.

Kein Bild dringt nach aussen

Der Comedy-Event ist eine «phone-free experience». Während der Veranstaltung werden die Telefone und sogar Smartwatches der Zuschauer so verpackt, dass sie nicht bedient werden können. Dies verspricht dem Künstler eine ungestörte Atmosphäre. Es verhindert aber auch, dass Louis C.K.'s Witze nach aussen dringen.

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