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AfghanistanSkandal um das US-«Kill Team»

Eine Gruppe von US-Soldaten ist angeklagt, als «Kill Team» in Afghanistan systematisch Unschuldige ermordet zu haben. Die Greueltaten wurden dokumentiert.

von
kub
Die US-Soldaten in Afghanistan sind wegen Skandalfotos in Verruf geraten. (afp)

Die US-Soldaten in Afghanistan sind wegen Skandalfotos in Verruf geraten. (afp)

Das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» zeigt amerikanische Soldaten, die in Afghanistan neben getöteten Zivilisten posieren. Das Magazin hat Fotos von mutmasslichen Verbrechen von amerikanischen Soldaten gegen afghanische Zivilisten publiziert. Die jungen Militärs posieren mit ihren Waffen neben den auf dem staubigen Boden liegenden Leichen. «Veröffentlicht wurden Fotografien, auf denen Handlungen zu sehen sind, die uns als Menschen abstossen und im Widerspruch zu den Werten der United States Army stehen», hiess es in einer Stellungnahme der US-amerikanischen Streitkräfte.

Die Morde sollen sich bei Patrouillen im Januar, Februar und Mai 2010 in der Südprovinz Kandahar ereignet haben. Die US-Soldaten stehen im Verdacht, aus reiner Mordlust getötet zu haben. Auch der Korporal Jeremy Morlock und der Soldat Andrew Holmes gehörten zum «Kill Team». Morlock wird sich wegen vorsätzlicher Tötung an drei Afghanen vor Kriegsgericht verantworten müssen. Holmes ist angeklagt, weil er am 15. Januar 2010 an der Ermordung eines unbewaffneten Afghanen beteiligt war.

«Die Fotos stehen in starkem Kontrast zur Disziplin, zur Professionalität und zum Respekt, die das Verhalten unserer Soldaten in den fast zehn Jahren des Einsatzes charakterisierten», steht in einer in Washington veröffentlichten Erklärung. Unklar ist, wie der «Spiegel» an die Aufnahmen kam. Die Fotos wurden ursprünglich von amerikanischen Ermittlern beschlagnahmt.

Die US-Armee hat sich unterdessen entschuldigt. Die Bilder seien «abstossenden». Washington nimmt die Angelegenheit laut Spiegel Online sehr ernst. US-Vizepräsident Joe Biden sprach am Samstagabend mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzai über den Fall. (kub/20 Minuten)

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