Aktualisiert 15.05.2019 13:28

Josh NeumanSkater rast mit 112 km/h auf Schweizer Bergstrasse

Josh Neuman rast in Nidwalden halsbrecherisch die Strasse hinunter. Das Video geht viral. Doch die Polizei ist nicht begeistert.

von
mm

Quelle: Youtube/Josh Neuman

Josh Neuman, Longboarder aus den USA, ist bekannt für seine verrückten «Alpine Descents»: Ob in der Schweiz, Österreich oder Italien – keine Bergstrasse scheint ihm zu steil oder zu kurvig zu sein. Erst letzten Monat stürzte er sich die rund vier Kilometer lange Strasse zwischen Oberrickenbach (894 m ü. M.) und Wolfenschiessen (510 m ü. M.) im Kanton Nidwalden hinunter.

Zwischenzeitlich war er mit rund 112 Kilometern pro Stunde unterwegs, so schnell wie noch nie zuvor. Das ist auf seinem Instagram-Account und auf seinem Youtube-Channel zu sehen.

Josh fügt gegenüber 20 Minuten an: «Es war eine unglaubliche Fahrt, die wir gut geplant haben.» So sei ein Auto im Abstand von rund 30 bis 45 Sekunden voraus gefahren, um ihn via Funkgerät über entgegenkommende Autos informieren zu können.

Einfach nur cool oder ziemlich lebensmüde?

Das Video ist in den sozialen Medien ein Hit und hat auf Youtube knapp 1,5 Millionen Views. Auch «Swissmeme» teilte es kürzlich auf Facebook. Die Kommentare wechseln zwischen Bewunderung und Wahnsinn. So meint eine Youtube-Userin ironisch: «Gut, hat er Handschuhe an. Nicht, dass noch etwas passiert.» Ein anderer User macht sich über die vielen besorgten Kommentare lustig: «Musst mal die Kommentare lesen. Mimimi … gefährlich. Man könnte meinen, die halbe Menschheit geht unter, wenn er auf den Sack fliegt.»

Busse nicht ausgeschlossen

Doch nicht nur besorgte User kritisieren Joshs riskanten Run: «Solche ‹Aktionen› auf öffentlichen Strassen erachten wir als sehr gefährlich», so Dario Habermacher, stellvertretender Leiter der Verkehrspolizei Nidwalden. Nebst der Gefahr für den Skateboarder selbst bestehe diese auch für die übrigen Verkehrsteilnehmer.

Die Geschwindigkeit und die Fahrweise müsse stets den Umständen und Besonderheiten des fahrzeugähnlichen Geräts angepasst sein, so Habermacher. «Dies und der Umstand des Rechtsfahrgebots dürften im Fall des Videos nicht gegeben sein.» Könne der Fahrer während der Fahrt oder auch rückwirkend ermittelt werden, drohe ihm gemäss Strassenverkehrsgesetz eine Busse, sagt Habermacher. «In diesem Fall wäre das nicht so einfach, da der Fahrer nicht in der Schweiz wohnhaft ist.»

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