Aktualisiert 23.01.2008 10:41

Skelett-Funde: «Wir sind auf alles vorbereitet»

Weitere Skelettfunde auf der Kasseler Uni-Baustelle: Die Zahl der ausgegrabenen Gebeine hat sich auf 30 erhöht. Noch wird viel über den makabren Fund spekuliert.

Das teilte die Kriminalpolizei mit. Nach den neuerlichen Funden verfügte die Kasseler Staatsanwaltschaft einen Baustopp. «Es kann gut sein, dass noch weitere Skelette gefunden werden. Wir sind auf alles vorbereitet», sagte Polizeisprecherin Sabine Knöll der Nachrichtenagentur AP. Auf dem Gelände finden Aushubarbeiten für eine Uni-Erweiterung statt.

Vier Skelette waren bereits in der vergangenen Woche entdeckt worden, am Dienstag waren im Laufe des Tages 24 hinzugekommen. Am Mittwoch wurde die Baustelle erneut von Spurensicherern unter die Lupe genommen.

In den nächsten Tagen will die Polizei die gefundenen Skelette komplett freilegen. Die eigentliche Bergung übernehmen Gerichtsmediziner. «Dann werden die Skelette in die Gerichtsmedizin der Uni Giessen gebracht. Wir sind sehr gespannt, was die Fachleute herausfinden», sagte Knöll. Ein Ergebnis erwarten die Ermittler frühestens für die nächste Woche.

Eine erste Einschätzung der Gerichtsmediziner taxierte die Liegezeit auf mindestens 50 und höchstens 100 Jahre, wie die Polizei weiter mitteilte. Zu der Frage, ob die Skelettfunde mit NS-Verbrechen in Zusammenhang stehen könnten, oder ob es sich um Opfer einer Bombardierung handeln könnte, wollte sich die Sprecherin zunächst nicht äussern: «Aber natürlich stehen wir mit Historikern in Kontakt.» (dapd)

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