Bodensee: Skelett Max in Fischernetz gefunden
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BodenseeSkelett Max in Fischernetz gefunden

Die Seepolizei Thurgau hat am Freitag Bilanz über den vergangenen Sommer gezogen. Neben deutlich mehr Einsätzen wegen Seenot gab es auch kuriose Funde.

von
jeb
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Skelett Max wurde im April 2017 von seinem Besitzer auf dem Polizeiposten Steckborn wieder abgeholt.

Skelett Max wurde im April 2017 von seinem Besitzer auf dem Polizeiposten Steckborn wieder abgeholt.

facebook.com/Kantonspolizei.Thurgau
Das Skelett wurde zuvor aus dem See geborgen. Es wurde dort als Übungsobjekt für Tauchschüler platziert.

Das Skelett wurde zuvor aus dem See geborgen. Es wurde dort als Übungsobjekt für Tauchschüler platziert.

facebook.com/Kantonspolizei.Thurgau
Vor Ermatingen wurde am 21.9.2017...

Vor Ermatingen wurde am 21.9.2017...

Kapo TG

Neben Rettungseinsätzen und Kontrollfahrten erlebt die Seepolizei manchmal auch Einsätze, die sie zum Schmunzeln veranlassen. So wurde die Seepolizei im April etwa zu einem Fischer nach Berlingen gerufen, weil dieser in seinen Netzen ein Skelett gefunden hatte. Der Fischer liess das Netz wieder ins Wasser, markierte die Stelle und wartete auf die Seepolizei, die, wie bei der Meldung eines Leichenfundes üblich, mit Spezialisten des Kriminaltechnischen Dienstes ausrückte.

Auf eine Leiche stiessen die Polizeitaucher jedoch nicht. «Das Skelett war aus Kunststoff», sagt Urs Eberli, Dienstchef der Seepolizei. «Ein Hobbytaucher hatte es auf den Seegrund platziert, um später dort mit Tauchschülern eine Übung zu absolvieren.» Die Polizei habe sofort bemerkt, dass es sich nicht um ein echtes Skelett handle. «Ein menschliches Skelett fischt man nicht so schön am Stück heraus», sagt Eberli. Das Skelett wurde von den Polizisten auf den Namen Max getauft und wurde später vom Hobbytaucher abgeholt.

Doppelt so viele Rettungen

Die meisten Einsätze 2017 waren jedoch ernsthafter Natur. 21 Unfälle wurden auf dem Bodensee und dem Rhein registriert. Dabei kamen zwei Personen ums Leben, vier wurden verletzt.

Die Zahl der Unfälle liege im langjährigen Mittel. 122 Personen mussten aus Seenot gerettet werden, fast doppelt so viele wie im Vorsommer.

Das liegt laut Eberli daran, dass es 2017 zu viel mehr Sturmereignissen kam als im Vorjahr. «Wenn es stürmt, werden wir öfter zu Rettungen gerufen. Zudem steigen die Zahlen rasch an, wenn sich mehrere Personen auf einem Schiff befinden.» So hätten sich 2017 auf einem geretteten Segelschiff 12 Personen befunden.

Zwei Tote

Zwei Personen verunglückten tödlich: Ende Juni sprang vor Kreuzlingen ein 63-jähriger Mann von einem Motorschiff in den Bodensee und starb trotz sofortiger Nothilfe. Im Juli ertrank eine 78-jährige Frau beim Schwimmen im Hochrhein unterhalb von Rheinklingen.

Drei Personen wurden bei Schiffsunfällen, eine beim Baden verletzt. Auf dem Hochrhein registrierte die Polizei wie im Vorjahr drei Unfälle. Zudem kam es laut Polizei «immer wieder zu brenzligen Situationen, weil Schlauchbootfahrer und andere Rheinbenutzer die Kraft des Wassers und die Gefahren der Hindernisse unterschätzen».

Die Seepolizei reagierte darauf mit Kontrollfahrten an Tagen mit grossem Verkehrsaufkommen und mit einer Präventionskampagne.

Gestohlene Schiffe in Deutschland gefunden

Rückläufig war die Zahl der Diebstähle von Schiffsmotoren mit 13 Delikten (Vorjahr 30). Zwei entwendete Schiffe fand die Polizei am Deutschen Ufer des Bodensees. Sie wurden den Besitzern zurückgegeben.

Die Taucher der Thurgauer Seepolizei standen 23-mal im Einsatz, etwa für Schiffsbergungen oder technische Kontrollen. Zudem wurden zwei Leichen geborgen.

Auf dem gesamten Bodensee und dem Rhein bis Schaffhausen ereigneten sich 2017 insgesamt 229 Unfälle, 50 mehr als im Vorjahr. Dabei kamen zehn Personen ums Leben, 38 wurden verletzt. 361 Personen wurden gerettet. (jeb/sda)

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