Wemding – Skeptiker-Arzt aus Bayern «impfte» 176 Patienten mit leeren Spritzen
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WemdingSkeptiker-Arzt aus Bayern «impfte» 176 Patienten mit leeren Spritzen

Ein bayrischer Arzt muss sich vor Gericht verantworten: Der als Corona-Skeptiker bekannte Mediziner soll in insgesamt 314 Fällen seine Patienten mit leeren Spritzen gestochen haben. 

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Der Arzt piekste seine Patienten und Patientinnen mit leeren Spritzen – offenbar ins Gesäss.

Der Arzt piekste seine Patienten und Patientinnen mit leeren Spritzen – offenbar ins Gesäss.

20min/Simon Glauser
Der Fall liegt nun beim Amtsgericht Augsburg.

Der Fall liegt nun beim Amtsgericht Augsburg.

Wikipedia/ Alois Wüst/ CC BY-SA 3.0

Darum gehts

Wegen Scheinimpfungen gegen das Coronavirus, welche er mit leeren Spritzen verabreichte, hat die Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg einen Arzt aus dem schwäbischen Wemding angeklagt. Dem beim Landgericht Augsburg angeklagten Mediziner werden Körperverletzung, Betrug und wissentliche unrichtige Dokumentation von Schutzimpfungen gegen das Coronavirus vorgeworfen, wie die Ermittlungsbehörde am Dienstag mitteilte. Auf die Spur waren die Ermittler dem als Verschwörungstheoretiker bekannten Arzt durch mehrere Anzeigen gekommen.

Der niedergelassene Arzt soll von Mitte April bis Ende September 2021 bei 176 Patienten und Patientinnen in 314 Fällen Impfungen lediglich vorgetäuscht haben. Dabei soll er jeweils allein mit den Patienten und Patientinnen im Behandlungszimmer gewesen sein. Die von seinen Angestellten vorbereiteten Spritzen soll er unbemerkt entleert und dann die leeren Spritzen von hinten ins Gesäss der Patienten und Patientinnen gestochen haben. So bekamen mit einer Ausnahme die Patienten und Patientinnen nicht mit, dass sie keinen Impfstoff erhielten.

Auch «Schonimpfungen» verabreicht

Jeder Stich mit einer Spritze ins Gesäss sei eine vorsätzliche Körperverletzung, weil die Einwilligung unter der Bedingung gestanden habe, auch tatsächlich geimpft zu werden, erklärten die Ermittler. Bei mindestens 40 anderen Patienten und Patientinnen, die sich nicht impfen lassen wollten, soll der Arzt dennoch Impfungen in den Impfpass eingetragen haben. Unter Impfgegnern und -gegnerinnen seien diese als «Schonimpfung» bekannt gewesen.

Der Arzt soll die Impfungen dennoch abgerechnet und damit einen Schaden von 3000 Euro verursacht haben. Die Anklage strebt nun neben einer Verurteilung wegen der vorgeworfenen Straftaten auch ein Berufsverbot an. 

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(AFP/trx)

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