Preisanstieg: Ski-Billette werden teurer – trotz starkem Franken
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PreisanstiegSki-Billette werden teurer – trotz starkem Franken

Gewisse Skigebiete erhöhen auch dieses Jahr wieder die Preise. Einige setzen aber auch auf Rabatte, um Wochengäste anzulocken.

von
pat
Teures Hobby: In Arosa steigen die Preise für ein Skibillett trotz Frankenstärke. (28. Dezember 2011)

Teures Hobby: In Arosa steigen die Preise für ein Skibillett trotz Frankenstärke. (28. Dezember 2011)

Das könnte Schweizer erstaunen und Ausländer gleich ganz vom Ski-Plausch abhalten: Trotz der Frankenstärke wagen einige Skigebiete einen Preisanstieg für die kommende Saison.

So erhöhen etwa die Bergbahnen in Arosa den Preis für eine Tageskarte um mehr als vier Prozent, wie die «Schweiz am Sonntag» in ihrer heutigen Ausgabe berichtet. Die ausländischen Gäste trifft es noch härter. Denn für sie ist der Franken im Vergleich zum Vorjahr von 83 auf 91 Cent angestiegen. Mit anderen Worten: Aus den vier Prozent in Arosa wird in Euro eine Preissteigerung von 14 Prozent. Marketing-Leiter Stefan Reichmut rechtfertigt die Teuerung mit Investitionen von 23 Millionen Franken.

Jürg Schmid, Direktor von Schweiz Tourismus, kritisiert die Preiserhöhung: «Wir sind in der Wahrnehmung der Kunden auch ohne unser Zutun teurer geworden. Da verträgt es keine Aufschläge», sagt er. Schmid bekundet aber auch Verständnis für Arosa. Die Situation sei «brutal schwierig» für die Branche.

Dynamische Preise

Auch das Walliser Gebiet «4 Vallées», zu dem unter anderem der Ort Verbier gehört, schlägt beim Preis auf. Dort kostet die Tageskarte in der Hochsaison 5,4 Prozent mehr als noch im letzten Jahr – und das ohne nennenswerte Investitionen. Man habe dynamische Preise eingeführt, erklärt Carole Moos, Geschäftsführerin der Bahnen von Verbier, gegenüber der «Schweiz am Sonntag».

Während insgesamt drei Wochen seien die Preise rund fünf Prozent höher als im Vorjahr. Dafür würden die Preise während rund sieben Wochen in schwächeren Zeiten um fünf Prozent gesenkt. Dafür gebe es vor Saisonbeginn bis zu 20 Prozent Rabatt.

Mehrtagesrabatte sollen Wochengäste anlocken

Doch nicht alle Skigebiete haben ihre Preise erhöht. An vielen Orten kosten die Tageskarten meist noch gleich viel wie vor einem Jahr – so beispielsweise in Zermatt oder Scuol.

Gewisse Skigebiete haben die Preise sogar gesenkt. In Saas-Fee ist zwar die Tageskarte leicht teurer geworden, dafür wurde der Preis für sechs Tage um drei Prozent gesenkt. Auf dem Flumserberg ist die 6-Tage-Karte 33,5 Prozent billiger als sechs einzelne Tageskarten.

Auch in Arosa gibt's Mehrtagesrabatt. «Wir wollen in erster Linie Wochengäste und nicht Tagesgäste anlocken», so Reichmut.

«Kein Druck, mehr Rabatt zu geben»

Verbier hingegen gibt bewusst nur wenig Rabatt. Man wisse aus Gästebefragungen, dass sich Tagesgäste eher über zu hohe Preise beklagten als Wochengäste, so Direktorin Moos. «Daher gibt es keinen Druck, mehr Rabatt zu geben.»

Das eine oder andere Skigebiet dürfte die Preise für ausländische Kunden gesenkt haben. Man arbeite seit letztem Jahr «intensiver» mit Reiseveranstaltern zusammen, sagt Moos.

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