Das Skigebiet Samnaun führt wegen Österreich eine Zertifikatspflicht ein
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Samnaun GRSkigebiet Samnaun führt wegen Österreich eine Zertifikatspflicht ein

Auf Schweizer Skipisten gilt in dieser Wintersaison keine Zertifikatspflicht. Nur in Samnaun muss diese eingeführt werden, denn ein Teil des Skigebiets liegt in Österreich.

von
Leo Butie
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Im Frühjahr 2021 musste in Österreich noch auf Skiliften eine Maske getragen werden.

Im Frühjahr 2021 musste in Österreich noch auf Skiliften eine Maske getragen werden.

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Im Frühjahr 2020 entwickelte sich Ischgl (A) zu einem Corona-Hotspot.

Im Frühjahr 2020 entwickelte sich Ischgl (A) zu einem Corona-Hotspot.

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Diese Saison gilt in Österreich die 2G-Regel. Nur wer geimpft oder genesen ist, darf auf die Piste.

Diese Saison gilt in Österreich die 2G-Regel. Nur wer geimpft oder genesen ist, darf auf die Piste.

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Darum gehts

  • Die Zertifikatspflicht soll diesen Winter nicht in Schweizer Skigebieten gelten.

  • In Österreich hingegen gilt die Zertifikatspflicht.

  • Da Samnaun das Skigebiet mit Ischgl teilt, gilt auch auf Schweizer Seite das Zertifikat.

  • Die Betreiber sind deswegen verärgert, wollen aber das Beste daraus machen.

In der Schweiz wird vorerst ohne Zertifikatspflicht in die Wintersaison gestartet. Der Branchenverband der Seilbahnen teilte diesen Entscheid am Dienstag mit. Ein finaler Beschluss ist das aber nicht, wie Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit noch gleichentags feststellte. «Es ist ein wenig vermessen, jetzt schon zu sagen, dass es einen Winter ohne Zertifikatspflicht in den Skigebieten gibt», sagte Mathys vor den Medien. Schlussendlich werde der Bundesrat entscheiden und nicht die Bergbahnen.

In allen Skigebieten? Nein, ein Skigebiet wird die Zertifikatspflicht durchführen müssen: Samnaun GR hat seine Pisten mit dem österreichischen Ischgl zusammengeschlossen. In Österreich gilt für Ski-Touristen die 2G-Regel. Nur wer geimpft oder genesen ist, darf im Nachbarland auf die Piste. Im März 2020 infizierten sich in Ischgl Tausende Gäste mit dem Coronavirus. Ein solches Szenario möchte man nicht wiederholen.

In Samnaun wird der österreichische Entscheid widerwillig zur Kenntnis genommen. «Wir wollen eine Lösung haben, die einheitlich ist für unsere Gäste», sagt Mario Jenal, Direktor Bergbahnen Samnaun zu «Blick TV». Man wolle nicht in den unterschiedlichen Skigebieten unterschiedliche Regelungen anwenden. «Wir müssen den Entscheid zur Kenntnis nehmen und jetzt das Beste daraus machen», sagt Jenal zu 20 Minuten.

Wichtig sei es im Moment, für alle Gäste eine Lösung zu finden. «Wir wollen, dass sich kein Gast wegen der Zertifikatspflicht schikaniert fühlt», meint Jenal. Deshalb arbeite man momentan daran, Teststrassen bereitzustellen. Es werde ein Testangebot für Personen geben, die weder geimpft noch genesen sind, damit auch diese ein Zertifikat erhalten. Eine Maske muss dann nur in geschlossenen Kabinen getragen werden. Auf der österreichischen Seite gilt die Maskenpflicht auch auf dem Sessellift, wenn die Haube geschlossen ist.

Betreiber sehen einen Vorteil

Man müsse aber vor Augen führen, dass in der Gastronomie auch auf Schweizer Seite eine Zertifikatspflicht herrsche. «Ein Gast, der in Samnaun eincheckt, muss spätestens dann ein Zertifikat vorweisen können», so Jenal. Eine Zertifikatspflicht sei deshalb bereits Allgemeingut unter den Gästen. Gut die Hälfte der Gäste, die nach Samnaun kommen, übernachten in Hotels. «Wegen der peripheren Lage haben wir nur sehr wenige Tagesgäste.»

Jenal kann dem Zertifikat auch Positives abgewinnen. Er könne sich durchaus vorstellen, dass es Gäste geben wird, die sich wegen der Zertifikatspflicht sicherer fühlen würden. Und: «Wenn man das Zertifikat mal gezeigt hat, dann hat man nachher den ganzen Tag freie Hand. Das ist sicher ein Riesenvorteil.»

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