Wintertourismus: Skigebiete verschenken 12'000 Abos für Kinder
Aktualisiert

WintertourismusSkigebiete verschenken 12'000 Abos für Kinder

Schweiz Tourismus nimmt Familien ins Visier. Um Gäste anzulocken, verschenken die Touristiker 12'000 Wochen-Skipässe. Allein das Marketing kostet eine halbe Million.

von
S. Spaeth
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Schweiz Tourismus will über die Kinder die Familien zurück auf die Piste holen.

Schweiz Tourismus will über die Kinder die Familien zurück auf die Piste holen.

Keystone/Peter Schneider
Dafür werden 12'770 Wochen-Skipässe für Kinder verlost.

Dafür werden 12'770 Wochen-Skipässe für Kinder verlost.

Keystone/Maxime Schmid
Die Skipässe sind während der gesamten Wintersaison 2018/19 gültig.

Die Skipässe sind während der gesamten Wintersaison 2018/19 gültig.

Anthony Anex

Alles fährt Ski? Das war einmal. Waren Wintersportferien früher Standardprogramm für viele Schweizer Familien, können oder wollen es sich viele heute nicht mehr leisten. Statt nach Klosters oder Sedrun fährt manch eine Familie in der Wintersaison lieber an die Wärme nach Ko Samui oder Sharm al-Sheikh.

Diese Familien will Schweiz Tourismus nun mithilfe der am Mittwoch präsentierten Kampagne Kids4Free zurückholen und verlost dafür 12'770 Wochen-Skipässe für Kinder. Mit der Aktion fahren Kinder bis 12 Jahre sechs Tage lang kostenlos Ski. Die Skipässe sind während der gesamten Wintersaison 2018/19 gültig. Ab dem 7. November können Erwachsene auf MySwitzerland.com für ein Kind an der Verlosung teilnehmen.

Schweiz Tourismus gibt für die Umsetzung der Kampagne und fürs Marketing rund eine halbe Million Franken aus. Die Finanzierung der Skipässe ist Sache der teilnehmenden Bergbahnen.

44 Skigebiete machen mit

Analysen von Schweiz Tourismus und der Universität St. Gallen zeigen klare Chancen für den Wintertourismus, wie die Marketingorganisation in einer Mitteilung schreibt. «Eine tragende Rolle spielen dabei Familien.» Diese will die gesamte Branche nun für ihre Treue belohnen und darüber hinaus neue Gäste hinzugewinnen.

Bei der Kids4Free-Aktion machen 45 Skigebiete mit – von Adelboden-Lenk und der Jungfrau-Region bis zu Aletsch-Arena oder Zermatt. Es sind aber auch viele kleinere Skigebiete mit dabei, etwa Grüsch-Danusa oder Unterbäch. Um allen Skigebieten eine Teilnahme bei Kids4Free zu ermöglichen, wurde ein Verteilschlüssel angewendet. «Dieser richtet sich nach der wirtschaftlichen Bedeutung der Bergbahnunternehmen», heisst es bei Schweiz Tourismus. Will heissen: Kleinere Gebiete offerieren weniger Wochenkarten.

Bei der Jungfrau-Ski-Region sieht man die Kids4Free-Aktion einerseits als «beste Werbung für den Wintersport», andererseits als Investition in die Zukunft: «Wenn Kinder heute bei uns das Skifahren lernen, werden sie mit grosser Wahrscheinlichkeit auch als Erwachsene bei uns Wintersport betreiben», sagt eine Sprecherin auf Anfrage. Kinder seien gerade im Hinblick auf die Zukunft entscheidende Gäste. Die Jungfrau-Ski-Region stellt 600 Wochenkarten zur Verfügung.

Gäste aus Deutschland fehlen

Der Schweizer Wintertourismus hat schwierige Jahre hinter sich. Nun scheint der Frankenschock überstanden. In der letzten Saison stiegen die Gästezahlen um 4,6 Prozent auf 16,5 Millionen Logiernächte. Auch in diesem Jahr solle es weiter aufwärtsgehen. Die Tourismusforscher gehen von einem Anstieg um 2,3 Prozent Prozent aus. Laut KOF-Direktor Jan-Egbert Sturm ist die Trendwende damit bestätigt. Diese guten Zahlen können aber nicht darüber hinwegtäuschen: Die Übernachtungen deutscher Gäste sind noch immer 22 Prozent unter dem Wert von 2013.

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