Aktualisiert 06.07.2014 18:48

Erfolg gegen Betrüger

Skimming ist in der Schweiz fast ausgerottet

Manipulationen an Kartenlesern sind in der Schweiz fast eliminiert. Dank verschärften Massnahmen und Sensibilisierung der Leute wird die Masche für Betrüger zunehmend unattraktiv.

von
vro

Noch nicht lange ist es her, dass die Polizei in der Schweiz eindringlich vor manipulierten Geldautomaten warnte. Immer wieder wurden Fälle bekannt, bei denen Kartenleser bearbeitet worden waren, um an die PIN-Codes von ahnungslosen Opfern heranzukommen. Doch die Polizeikampagne hat Wirkung gezeigt: In den ersten Monaten des Jahres 2014 sind nur noch vereinzelt Skimming-Fälle aufgetreten, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt.

Das liege einerseits an der Sensibilisierung der Schweizer, andererseits auch an den technischen Massnahmen, erklärt Jürg Schneider von der Six Group der Zeitung. Das Unternehmen beschäftigt sich mit der Infrastruktur für Zahlungsverkehr und glaubt gemäss Schneider, dass die Betrugsmasche weltweit ausgerottet werden könnte. Dafür müssten die fürs Skimming erforderlichen Magnetstreifen der Karten durch Chips ersetzt werden. Diese seien nämlich fälschungssicher. «Doch beispielsweise die USA sind noch längst nicht so weit», sagt Schneider.

Betrüger machen lieber Phishing

Auch bei SBB-Automaten wurden 2013 rund 40 Kartenleser manipuliert. Nach der Aufrüstung mit vertieften Eingabefeldern und regelmässigen Kontrollen von geschulten Mitarbeitern zählte die SBB im ersten Halbjahr 2014 lediglich noch drei Vorfälle. Das Geoblocking, also die Einschränkung der Kartenfunktion für bestimmte Länder, macht Skimming in der Schweiz laut SBB-Sprecher Christian Ginsig für Betrüger uninteressant.

Gemäss der «NZZ am Sonntag» konzentrieren sich Kriminelle deshalb zunehmend auf Phishing. Mit falschem Vorwand versuchen sie so an Kundendaten heranzukommen, um dann Bankkonten zu plündern. Meist verschicken sie zu diesem Zweck E-Mails mit falschem Absender oder geben sich am Telefon als Mitarbeiter einer Firma aus.

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