Aktualisiert 05.02.2017 18:14

Nachts und nah an PisteSkitourengänger riskieren Unfälle mit Pistenbullys

Skitouren hat sich zum neuen Trendsport entwickelt. Nun nehmen Beinahe-Kollisionen zwischen den Wintersportlern und Pistenfahrzeugen zu.

von
kün
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Skitouren boomen: Über 200'000 Sportler erklimmen die Berge regelmässig mit Fellen an den Ski.

Skitouren boomen: Über 200'000 Sportler erklimmen die Berge regelmässig mit Fellen an den Ski.

Keystone/Arno Balzarini
Seit zwei, drei Winter häufen sich deshalb die Beinahe-Kollisionen zwischen den Sportlern und Pistenfahrzeugen.

Seit zwei, drei Winter häufen sich deshalb die Beinahe-Kollisionen zwischen den Sportlern und Pistenfahrzeugen.

Keystone/Alessandro Della Bella

In den Skigebieten kommt es immer öfter zu Beinahe-Kollisionen zwischen Pistenbullys und Skitourengängern. Grund dafür sei, dass Skitourengänger, anders als Skifahrer und Snowboarder, oft auch nachts unterwegs sind, schreibt die «Schweiz am Sonntag».

Dies etwa, weil sie sich überschätzt haben und die Abfahrt erst bei Dunkelheit in Angriff nehmen oder nach Feierabend die Pisten als Trainingsstrecken nutzen. «Erschöpft und überfordert missachten sie jegliche Warnschilder. Das ist lebensgefährlich», sagt Pistenbully-Fahrer Stephan aus Saas Fee VS zur Zeitung.

Neulinge gehen bevorzugt nahe der Pisten

Und Skitouren boomen hierzulande: Gemäss der Zeitung erklimmen über 200'000 Sportler regelmässig die Berge mit Fellen an den Ski.«Viele Einsteiger gehen der Fitness wegen auf Touren», sagt Bernhard Hug, Spezialist für Skitourenrennen beim Schweizer Alpen-Club (SAC).

Das Problem dabei sei, dass die Neulinge bevorzugt entlang der Pisten gehen. «Nach Feierabend lassen sich so in vermeintlicher Sicherheit ein paar Höhenmeter machen», sagt Hug.

Stahlseile könnten tödlich sein

Eine weitere Gefahr stellen fixe Stahlseile dar, an denen die Pistenfahrzeuge oft arbeiten. Diese sind hunderte Meter über den Schnee gespannt und in der Nacht kaum sichtbar. Wer dort hineinfährt riskiert, sich an der Vorrichtung ein Bein oder gar den Kopf abzureissen. In mehreren Nachbarländern ist es bereits zu tödlichen Unfällen gekommen.

Hier sei das nur eine Frage der Zeit, sagt Monique Walter von der Schweizerischen Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu). Gemeinsam mit dem Verband Seilbahnen Schweiz und dem SAC hat die bfu deshalb nun eine Kampagne lanciert. Unternehme man nichts, werde das Risiko für schwere Unfälle steigen, ist sich Walter sicher.

Westschweiz hat Lösung gefunden

Von nächtlichen Touren abbringen, kann man die Wintersportler nicht. «Der Skitourengänger ist selbstverantwortlich unterwegs», betont Alexander Stüssi von Seilbahnen Schweiz. So übernehmen die Bahnen ausserhalb der Öffnungszeiten auch keine Verkehrssicherungspflicht und damit auch keine Haftung.

In der Westschweiz scheint sich eine Lösung gefunden zu haben: In einem Turnus öffnet jeden Abend ein anderes Skigebiet die Pisten für Rennläufer. «Dies hat die Situation entschärft», sagt Pascal Fragnière, Sekretär vom Verband der Seilbahnen Freiburger Alpen zur «Schweiz am Sonntag».

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