Aktualisiert 23.01.2008 23:02

Skitourenleiter verantwortlich für Lawinentod

Das Kreisgericht Werdenberg-Sargans hat einen Skitourenleiter wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen. Der Mann war 2006 am Flumserberg abseits der Pisten mit seiner Gruppe in eine Lawine geraten. Dabei war ein Teilnehmer gestorben.

Nach dem erst am Mittwoch veröffentlichten Urteil muss der Skitourenleiter eine Busse von 1000 Franken bezahlen; ausserdem wurde er zu einer auf zwei Jahre bedingten Geldstrafe von 8400 Franken verurteilt.

Das Gericht folgte mit dem Urteil im wesentlichen der Anklage, die sich massgeblich auf ein Gutachten des Instituts für Lawinenforschung stützte. Die Verteidigung hatte dagegen Freispruch gefordert und die Qualität des Gutachtens in Zweifel gezogen.

Weil am Unglückstag Lawinenstufe drei herrschte, hätte der Tourenleiter schon früh erkennen müssen, dass die gewählte Traverse nicht hätte befahren werden dürfen, wie es in der Urteilsbegründung heisst.

Spätestens vor der unmittelbaren Einfahrt in den Unglückshang hätte er das Vorhaben abbrechen müssen. Es bestehe daher ein ursächlicher Zusammenhang zwischen seiner Fehleinschätzung und dem Todesfall.

Am 22. Januar 2006 hatte der Tourenleiter eine Gruppe von elf deutschen Variantenfahrern abseits der markierten und gesicherten Skipisten in ein von Lawinen bedrohtes Gebiet geführt. Die Lawine erfasste daraufhin die ganze Gruppe und verschüttete einen Teil der Skifahrer.

Bis auf einen 44-jährigen Mann konnten sich die Verunfallten selber befreien. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Drei der Variantenfahrer verletzten sich zudem beim Lawinenabgang. (sda)

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