Tiktok-Trend lässt Männer mit Steinen schmeissen – Social-Media-Stars ordnen ein
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«Besser als Drogen» Skurriler Tiktok-Trend lässt Männer mit Steinen schmeissen

Auf Tiktok werden Clips, in denen Männer grosse Steine auf Gewässer prallen lassen, derzeit millionenfach angeklickt. Schweizer Tiktok-Stars erklären, was dahinter steckt.

von
Lara Hofer
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Je grösser der Stein und schöner der Wurf, desto cooler: Auf der Plattform Tiktok ist es momentan Trend, Steine in Gewässer zu schmeissen. 

Je grösser der Stein und schöner der Wurf, desto cooler: Auf der Plattform Tiktok ist es momentan Trend, Steine in Gewässer zu schmeissen.

Tiktok/jayteeemm
Die Videos dieser Art haben teilweise mehrere Millionen Likes – so wie dieses hier von @JayTeeEmm, welches fast 50 Millionen Mal angeschaut und mehr als sechs Millionen Mal geliket wurde. In den Kommentaren häufen sich Aussagen wie: «Diese Videos sind besser als Drogen.» und «Das ist das Beste, was ich heute gesehen habe.»

Die Videos dieser Art haben teilweise mehrere Millionen Likes – so wie dieses hier von @JayTeeEmm, welches fast 50 Millionen Mal angeschaut und mehr als sechs Millionen Mal geliket wurde. In den Kommentaren häufen sich Aussagen wie: «Diese Videos sind besser als Drogen.» und «Das ist das Beste, was ich heute gesehen habe.»

Tiktok/jayteeemm
Die Steine werden üblicherweise von einer Brücke in ein Gewässer geschmissen und anschliessend beim Aufprall gefilmt. Doch was ist der Reiz daran?

Die Steine werden üblicherweise von einer Brücke in ein Gewässer geschmissen und anschliessend beim Aufprall gefilmt. Doch was ist der Reiz daran?

Tiktok/jayteeemm

Darum gehts

  • Ein neuer Tiktok-Trend sorgt derzeit für Aufsehen.

  • Videos, in denen Männer Steine aus grosser Distanz in Gewässer werfen, werden millionenfach angeklickt, geliket und geteilt.

  • Gegenüber 20 Minuten verraten Schweizer Social-Media-Stars, was sie vom Trend halten, ob sie selbst mitmachen werden und warum die Videos eigentlich so beliebt sind.

Wer gelegentlich durch Tiktok scrollt, hat es bestimmt schon selbst bemerkt: Auf der Plattform ist es derzeit Trend, mit Steinen zu schmeissen. Insbesondere junge Männer scheinen von der Bewegung angetan zu sein – und erhalten Millionen von Klicks und Likes für Videos, in denen sie schwere Felsbrocken und Gesteine aus hoher Distanz in ein Gewässer werfen.

In einem der erfolgreichsten Videos dieser Art wirft der Tiktoker @jayteeemm eine 56 Kilogramm schwere Steinplatte von einer Brücke. Sie fliegt durch die Luft und kracht dann mit einem lauten Knall in einen Fluss. Über 48 Millionen Menschen haben sich das Video bisher angeschaut. In der Kommentarspalte häufen sich digitale Schulterklopfer wie: «Das Beste, was ich heute gesehen habe», «Besser als Drogen» oder «Mach das noch mal, bitte». Allein der Hashtag #ThrowingRocks hat auf Tiktok mehr als vier Millionen Aufrufe. Doch was macht die Videos so beliebt?

«Die ersten Sekunden müssen packend sein»

Die Zürcher Tiktokerin Lina Senn, die selbst rund 340’000 Abonnentinnen und Abonnenten auf der Plattform hat, erklärt sich die Beliebtheit der Clips vor allem mit der Nostalgie, die sie in uns auslösen: «Als Kind haben wir doch alle irgendwelche Sachen zusammengesammelt und sie dann in einen Teich geschmissen, nur um zu sehen, was passiert», so die 24-Jährige.

Ein weiterer Faktor sei jeweils der packende Start der Videos: «Die Zuschauerinnen und Zuschauer wollen von Anfang an wissen, was passiert, wenn der Stein im Wasser aufprallt. Dieses Hinauszögern des Resultats macht die Clips so spannend.»

Dem stimmt auch die Zürcher Influencerin Nathalie alias Nathistyle (20) zu: «Die ersten Sekunden eines Videos müssen packend sein, ansonsten scrollen die Zuschauerinnen und Zuschauer direkt weiter», so die 20-Jährige. Sie hat rund 220’000 Fans auf Tiktok. Weiter sagt sie: «Es kommt gut an, auch mal gegen den Strom zu schwimmen.»

«Das Werfen mit Steinen würde ich als Kräftemessen unter Männern einschätzen», fügt Tiktok-Star Leo Khalifa an. Er selbst habe auch schon derartige Videos gesehen, nachmachen würde er sie allerdings nicht. «Ich habe als Kind das letzte Mal Steine umhergeworfen und wurde damals direkt von einer Lehrperson zurechtgewiesen», erinnert sich der 24-Jährige.

Trend kann strafbar sein

Virale Schweizer Versionen des Steinewerfens gibt es bis anhin noch nicht. Und laut Social-Media-Profi Lina dürfte das auch so bleiben: «Ich finde die Clips sehr random und denke nicht, dass sie in der Schweiz sehr verbreitet sind», so die Blondine. Der Trend boome vor allem in den USA. Ihr Fazit: «Ich finde es krass, wie unvorhersehbar die Tiktok-Trends sind. Es ist doch verblüffend, dass es plötzlich Trend ist, Steine in Gewässer zu schmeissen.»

Laut einem Berner Strafrechtsanwalt könne man sich durch den Trend sogar strafbar machen. Wenn nicht die nötigen Vorsichtsmassnahmen getroffen werden, und je nach Umständen, könne durch das Werfen von Steinen von einer Brücke ins Wasser jemand verletzt werden – etwa Personen auf einem Boot. So werde durch die Tat möglicherweise der Strafbestand «Gefährdung des Lebens» erfüllt.

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