Skyguide-Mörder wird überwacht
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Skyguide-Mörder wird überwacht

Der Russe, der vor einem Jahr in Kloten einen Skyguide-Fluglotsen erstochen hat, wird bei seinen Kontakten aus dem Strafvollzug seit Anfang dieser Woche überwacht.

Dies ordnete das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich an, nachdem der 49-Jährige in einem Interview einer russischen Zeitung Drohungen ausgesprochen hatte.

Der Russe befindet sich seit Anfang Jahr im vorzeitigen Strafvollzug, wie die Chefin des Amts für Justizvollzug, Beatrice Breitenmoser, am Dienstag auf Anfrage sagte. Damit habe er Anspruch auf Kontakte mit der Aussenwelt. Der Mann habe aber gewusst, dass er keine Interviews geben sollte. Indem er einer russischen Zeitung ein Interview gegeben und darin auch Drohungen ausgesprochen habe, habe er diesen Wunsch missachtet und das Vertrauen der Strafverfolgungsbehörden missbraucht, sagte Breitenmoser zu einem Bericht der Zeitung «Blick». Telefonkontakte, Briefverkehr und Besuche würden deshalb nur noch in Anwesenheit einer russischen Dolmetscherin erlaubt, die gegebenenfalls intervenieren könne.

Der geständige Russe ist zurzeit in der psychiatrischen Klinik Rheinau inhaftiert, wohin er wegen Selbstmordgefahr verlegt worden war. In den kommenden Tagen werde er in die Strafanstalt Pöschwies verlegt. Dies habe aber nichts mit dem Interview zu tun, sondern sei ein normaler Schritt auf Grund des vorzeitigen Strafantritts, sagte Breitenmoser.

Der Russe muss sich voraussichtlich noch in diesem Jahr vor dem Zürcher Obergericht wegen vorsätzlicher Tötung verantworten. Er hatte am 24. Februar 2004 in Kloten einen 36-jährigen dänischen Fluglotsen der Schweizer Flugsicherung Skyguide erstochen. Beim Opfer handelte es sich um jenen Flugverkehrsleiter, der in der Unglücksnacht der Flugkatastrophe von Überlingen vom 1. Juli 2001 in Zürich-Kloten alleine Dienst geleistet hatte. Der Täter hatte bei Zusammenstoss des Passagierflugzeugs der russischen Bashkirian Airlines mit einem DHL-Frachtflugzeug seine Frau und zwei Kinder verloren. Insgesamt kamen bei der Katastrophe 71 Menschen ums Leben. (dapd)

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