Untersuchung abgeschlossen: Skyguide musste Schweizer Luftraum schliessen – jetzt ist der Grund bekannt

Publiziert

Untersuchung abgeschlossenSkyguide musste Schweizer Luftraum schliessen – jetzt ist der Grund bekannt

Mitte Juni kam es bei der Flugsicherungsgesellschaft zu einem Totalausfall, wodurch die Flüge von rund 6400 Fluggästen ausfielen. Eine Untersuchung gibt Skyguide nun gute Noten, schlägt aber auch Verbesserungen vor.

von
Benedikt Hollenstein
1 / 6
Wegen einer Störung bei der Flugsicherung Skyguide lief Mitte Juni über zwei Stunden lang nichts mehr an den Flughäfen Zürich und Genf.

Wegen einer Störung bei der Flugsicherung Skyguide lief Mitte Juni über zwei Stunden lang nichts mehr an den Flughäfen Zürich und Genf.

Wikipedia/Petar Marjanovic/CC BY-SA 3.0
Laut einem Skyguide-Sprecher funktionierte eine Hardware-Komponente nicht mehr richtig, wodurch einige Systeme ausfielen.

Laut einem Skyguide-Sprecher funktionierte eine Hardware-Komponente nicht mehr richtig, wodurch einige Systeme ausfielen.

20min/Marco Zangger
6400 Flugreisende der Swiss konnten deshalb in Zürich und Genf nicht ankommen oder abfliegen.

6400 Flugreisende der Swiss konnten deshalb in Zürich und Genf nicht ankommen oder abfliegen.

20min/Community

Darum gehts

  • Wegen einer Störung der Flugsicherheit wurde der Schweizer Luftraum am 15. Juni geschlossen.

  • Eine unabhängige Untersuchung kommt nun zum Schluss: Der Entscheid von Skyguide war angemessen.

  • Der Totalausfall wurde wohl durch veraltete Software ausgelöst.

Am 15. Juni 2022 kam es bei der Schweizer Flugsicherung Skyguide zu einer technischen Störung. Aus Sicherheitsgründen entschied das Unternehmen damals, den von ihr überwachten Luftraum zu schliessen. Skyguide hat in der Folge während rund fünf Stunden keinen neuen Flugverkehr aufgenommen. Im Anschluss wurde eine interne Untersuchung zu den Gründen des Vorfalls veranlasst und das UVEK in der Folge darüber informiert. Aufgrund der Tragweite des Vorfalls entschied das UVEK damals, den Sachverhalt und die vorliegenden Untersuchungsergebnisse von einer externen, unabhängigen Stelle untersuchen zu lassen. Der Auftrag dazu ging an Accenture, das seine Untersuchung nun abgeschlossen hat.

Warst du damals auch von der Störung betroffen?

Es kommt zum Schluss, dass Skyguide ein umfassendes Krisenmanagement etabliert hat und dieses am 15. Juni 2022 effizient und effektiv angewandt wurde. Der Entscheid, den Schweizer Luftraum zu schliessen («Clear the Sky»), war angemessen, da laut dem Unternehmen nicht vorhergesagt werden konnte, wie gravierend die Störung ist und wann sie behoben werden kann. Die Untersuchung zeige auch, dass Skyguide den Vorfall intern detailliert aufgearbeitet habe. 

Die unabhängige Untersuchung bestätigt, dass ein Mangel bei einem Netzwerk-Switch die Störung ausgelöst hat. Die Netzwerkkomponente verfügte nicht über die aktuelle Version der Software. Skyguide hat zwar einen funktionierenden Prozess für die Aktualisierung der Netzwerkkomponenten. Dieser Prozess ist aus Sicht der unabhängigen Prüfer aber zu risikoorientiert und zu konservativ. Möglicherweise hätte mit einem früheren Update der Vorfall vom 15. Juni 2022 verhindert werden können, wie das Generalsekretariat der UVEK in ihrer Mitteilung schreibt.

Das ist Skyguide

Der unabhängige Untersuchungsbericht enthält 14 Empfehlungen. Dazu gehört der Aufbau eines Betriebskontinuitätsmanagements (BCM), um die für die Flugsicherung kritischen Prozesse und Systeme besser zu schützen oder alternative Abläufe zu ermöglichen. Im Rahmen einer umfassenden Notfallwiederherstellungsstrategie sollen Massnahmen erarbeitet werden, die nach dem Ausfall von IT-Komponenten eingeleitet werden. Die Empfehlungen zielen darauf ab, die Zeitspanne zwischen dem Ausfall und der Wiederaufnahme der Flugsicherung zu verkürzen.

Keine News mehr verpassen

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.

Deine Meinung

25 Kommentare