Skyguide steigert Umsatz und Gewinn über Erwarten
Aktualisiert

Skyguide steigert Umsatz und Gewinn über Erwarten

Das Schweizer Flugüberwachungsunternehmen Skyguide spürt die Erholung der Luftfahrt.

Der Überschuss des nicht gewinnorientierten Unternehmens ist im Jahr 2003 von 10,9 auf 14,8 Mio. Fr. gestiegen.

Nach dem Flugzeugzusammenstoss von Überlingen hat Skyguide weitere Stellen geschaffen und die Ausbildung forciert: Der Personalbestand nahm innert Jahresfrist um 30 Stellen auf 1266 Vollzeitstellen zu.

Hervorzuheben seien Personalaufstockungen im Sicherheitsmanagement sowie Aus- und Weiterbildungsoffensiven. Skyguide habe im vergangenen Jahr wieder Selbstvertrauen finden können, schreibt Unternehmenschef Alain Rossier im Geschäftsbericht 2003, der am Freitag veröffentlicht worden ist.

Beim Unglück von Überlingen mit 71 Toten hatten die deutschen Behörden fünf Ursachen ausgemacht. Falsche Entscheide trafen demnach sowohl der Lotse von Skyguide als auch die Piloten der russischen Maschine. Skyguide habe jahrelang geduldet, dass in der verkehrsarmen Nachtzeit nur ein Lotse im Arbeitsraum anwesend war.

Keine Rückstellungen

Mitte 2003 hatten Skyguide und ihre Versicherer unter namhafter Beteiligung der Eidgenossenschaft und der Bundesrepublik Deutschland einen Entschädigungsfonds eingerichtet. Über die Höhe der einzelnen Zuwendungen wurde Stillschweigen vereinbart.

Für eventuelle Forderungen hat Skyguide laut Geschäftsbericht keine Rückstellungen vorgenommen. Dieser Entscheid stütze sich auf die zum Zeitpunkt des Unfalls geltende Deckung der Rechtsschutz-und Haftpflichtversicherung über 500 Mio. Franken.

Kleinerer Flugbewegungsrückgang als erwartet

Insgesamt profitierte Skyguide im vergangenen Jahr vom überraschend guten Branchenumfeld. Trotz Sars-Epidemie, Irak-Krieg und einer erheblichen Flottenverkleinerung der Swiss sei die Zahl der Flugbewegungen nicht im befürchteten Mass zurückgegangen. Sie sank im vergangenen Jahr nur um 0,6 Prozent auf 1 926 895.

Infolge von Gebührenerhöhungen nahm der Umsatz um rund 39 Mio. Fr. oder ein Prozent auf 343,3 Mio. Franken zu. Der daraus entstandene Gewinn von 14,8 Mio. Fr. werde zum grossen Teil für die Kompensation der Verluste der Vorjahre eingesetzt, schreibt das vom Bund kontrollierte Unternehmen.

Ob die Gebühren angesichts des Überschusses nun wieder etwas gesenkt würden, ist laut Skyguide-Sprecher Patrick Herr noch offen. Das werde im Herbst entschieden.

Vom Verkehrsaufkommen, das Skyguide 2003 überwacht hat, waren 40 Prozent An- und Abflugverkehr auf inländischen Flughäfen, der Rest ist Überflugsverkehr sowie An- und Abflüge auf Flughäfen in Nachbarländern. Die Zahlen der Überflüge bewegen sich noch immer etwa auf dem Stand von 1999.

Neuer Präsident

Wie angekündigt wird Guy Emmenegger in diesem Jahr neuer Verwaltungsratspräsident von Skyguide. Er ist von der diesjährigen Generalversammlung definitiv zum Nachfolger von Franz Kellerhals gewählt worden, der sein Amt nach neunjähriger Tätigkeit abgibt.

(sda)

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