Obergericht Zürich: Slip überführt Rentner als Vergewaltiger

Aktualisiert

Obergericht ZürichSlip überführt Rentner als Vergewaltiger

Ein Senior hat eine 16-jährige Nachbarin wiederholt vergewaltigt. Eine Unterhose mit Spermaspuren überführte den nicht geständigen Täter. Nun wurde er verurteilt.

von
A. Szenogrady
Das Zürcher Obergericht bestätigte den erstinstanzlichen Schuldspruch gegen den Rentner.

Das Zürcher Obergericht bestätigte den erstinstanzlichen Schuldspruch gegen den Rentner.

Das Zürcher Obergericht hat einen 69-jährigen Mann aus Zürich-Nord wegen mehrfacher Vergewaltigung und sexueller Belästigung verurteilt und bestätigt die Schuldsprüche der Erstinstanz. Als Strafe setzte es einen teilbedingten Freiheitsentzug von 32 Monaten fest, zehn Monate davon unbedingt. Wobei der Senior die Strafe durch die Untersuchungshaft bereits verbüsst hat.

Der Sex-Täter wurde vom Obergericht grundsätzlich zu Schadenersatz verurteilt. Zudem soll er der Geschädigten eine Genugtuung von 10'000 Franken bezahlen. Der Entscheid ist laut Obergericht rechtskräftig. So hat das Bundesgericht eine Beschwerde der Verteidigung vor wenigen Wochen abgewiesen.

200 Franken für Sex bezahlt

Laut Anklage hatte der Senior im August 2011 in seinem Schlafzimmer Geschlechtsverkehr. Allerdings nicht mit seiner Ehefrau, sondern mit einer 16-jährigen Schülerin, die in der gleichen Liegenschaft wohnte. Dass es trotz des erheblichen Altersunterschiedes von rund 50 Jahren zum einvernehmlichen Sex gekommen war, gründete nicht auf gegenseitiger Zuneigung. So musste der betagte Serbe für das heimliche Abenteuer 200 Franken bezahlen.

Für die junge Geschädigte war damit die Sache abgeschlossen. Nicht aber für den fiesen Pensionär, der schon bald erneut Sex verlangte – diesmal jedoch kostenlosen. Andernfalls werde er ihre Eltern darüber informieren, dass er mit ihr bereits geschlafen und er ihr Geld dafür gegeben habe, drohte er. Zudem werde er ihren Vater darüber unterrichten, dass sie nicht nur rauche, sondern auch kiffe und bei sturmfreien Anlässen von männlichen Jugendlichen Besuch erhalte.

Der betagte Mann erreichte sein Ziel und konnte Ende 2011 und Anfang 2012 die stark eingeschüchterte Schülerin zweimal zum Geschlechtsverkehr zwingen. Als er sie im Februar 2012 in seiner Wohnung auch noch massiv sexuell belästigte, hatte die Frau genug. Sie schöpfte Mut und zeigte ihren Peiniger an.

Unterhose als Hauptbeweis

Die Polizei nahm den Rentner sogleich fest. Er verbrachte 356 Tage in Untersuchungshaft. Wobei er jeglichen sexuellen Kontakt mit der Jugendlichen in Abrede stellte. Bereits am Bezirksgericht Zürich ohne Erfolg. So lagen nicht nur die glaubhaften Belastungen der Geschädigten vor, sondern auch ein wichtiger Hauptbeweis. Die Polizei konnte eine Unterhose des Täters sicherstellen. Eine rechtsmedizinische Untersuchung ergab, dass sich nicht nur zahlreiche Spermien des Rentners, sondern auch die DNA der Privatklägerin darauf befanden.

Zudem hatte der Beschuldigte behauptet, dass er die Geschädigte niemals angerufen habe. Die Auswertung seines Mobiltelefons ergab dagegen, dass er sie mehrmals angerufen und somit klar gelogen hatte.

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