Eishockey-WM: Slowakei und Kanada mit Kantersiegen
Aktualisiert

Eishockey-WMSlowakei und Kanada mit Kantersiegen

Die Slowakei siegt einen Tag vor dem Duell mit der Schweiz mit 5:1 gegen Weissrussland. Olympia-Sieger Kanada fertigt Aufsteiger Kasachstan mit 8:0 ab.

Die Slowakei überzeugt an der WM in Helsinki weiterhin. Einen Tag vor dem Duell mit der Schweiz siegten die Slowaken gegen Weissrussland dank einem Zwischenspurt im Mitteldrittel mit 5:1. In der Gruppe B siegten Deutschland und Norwegen vor dem kapitalen Direktduell.

Innerhalb von 220 Sekunden erzielten die Slowakei Anfang des mittleren Abschnitts vier Treffer und erhöhten auf 5:0. Die Osteuropäer, die zuletzt viermal in Folge die WM-Viertelfinals verpassten, treten an diesem Turnier bisher überzeugend auf. Unter anderem schlugen sie die USA 4:2 und verloren gegen Finnland nur mit 0:1. «Nach unserer missglückten letztjährigen Heim-WM versuchten wir diese Saison bewusst, neue Spieler einzubauen», so Vladimir Vujtek, der neue Trainer der Slowakei. «Mit unseren Verstärkungen aus der NHL und der KHL haben wir nun ein gutes Team zusammen.»

Weil die Schweiz und die Slowakei in der Weltrangliste in der Regel direkte «Nachbarn» waren, gingen sie sich an Weltmeisterschaften meistens aus dem Weg. Das letzte WM-Duell liegt sechs Jahre zurück. In Riga trennten sich die beiden Teams 2:2. In fünf WM-Partien seit der Abspaltung der Slowaken von Tschechien vermochten die Schweizer bei zwei Unentschieden noch nie zu gewinnen. Unter Ralph Krueger setzten sich die Schweizer gegen ihren «Lieblings-Testgegner» am Schluss mehrheitlich durch. Seit Sean Simpson Nationaltrainer ist, gewannen die Schweizer nur noch eine von fünf Testpartien.

Eklat bei Weissrussen

Bei den Weissrussen hatte es bereits vor der Partie gegen die Slowakei einen Eklat gegeben. Der langjährige Stammkeeper Andrej Mesin verliess unangekündigt und aus freien Stücken das weissrussische Camp, weil er über seine Reservistenrolle unzufrieden war. Mesin bestritt seine zwölfte WM und hatte zudem an drei olympischen Turnieren teilgenommen.

Auch die Ankunft der Brüder Andrej und Sergej Kostizyn nützte den Weissrussen nicht. Im Mitteldrittel traten sie teilweise desolat auf. Der WM-Gastgeber von 2014 hinkt den eigenen Ansprüchen auch in diesem Jahr hinterher und spielt im Kampf um die Viertelfinals keine Rolle mehr.

Kanada deklassierte im Abendspiel den Aufsteiger Kasachstan mit 8:0. Dion Phaneuf (Toronto) war der einzige Doppeltorschütze, Duncan Keith (Chicago) und Captain Ryan Getzlaf (Anaheim) steuerten je drei Assists zum Erfolg bei. Devan Dubnyk (Edmonton) im kanadischen Tor benötigte 24 Paraden für seinen Shutout.

Heisses Duell Deutschland - Norwegen

In der Gruppe B kommt es am Sonntag im Kampf um die Viertelfinal-Plätze zum kapitalen Duell zwischen Deutschland (2:1 gegen Dänemark) und Norwegen (3:0 gegen Lettland), den direkten Konkurrenten der Schweiz um die direkte Olympia-Qualifikation. Die Norweger könnten sich mit einem Sieg das Ticket schon fast sichern. Gegen Lettland bekundeten die Skandinavier keine Probleme und stiessen in der Tabelle auf Kosten der Balten auf Platz 4 vor.

Deutschland geriet gegen die Dänen in Rückstand, drehte die Partie aber durch Treffer von Thomas Greilinger (38.) und Philipp Gogulla (49.) zu einem schmeichelhaften Erfolg. «Wir haben uns aus einer heiklen Situation herausgearbeitet», sagte Deutschlands Schweizer Trainer Jakob Kölliker, der Goalie Dennis Endras «eine Weltklasse-Leistung» attestierte. Die Dänen indes kämpfen im Fernduell mit Italien gegen den Abstieg. Derzeit liegen sie einen Punkt hinter den Italienern.

Gesperrte Russen

Russland muss in den kommenden Spielen auf zwei Verteidiger verzichten. Die IIHF sperrte Dimitri Kalinin für drei Partien und Alexej Jemelin für die heutige Partie gegen Tschechien. Kalinin hatte am Freitag beim 7:3-Spektakel gegen Gastgeber Schweden eine Matchstrafe wegen eines heftigen Crosschecks gegen den Schweden Johan Franzen erhalten. Der Schwede brach sich dabei die Nase. Jemelin hatte ebenfalls gegen Franzen einen Stockstich gesetzt.

Kasachstan - Kanada 0:8 (0:1, 0:2, 0:5)

Hartwall Arena, Helsinki. - 4151 Zuschauer. - SR Jerabek/Patafie (Tsch/USA), Dahmen/Schulz (Sd/De).

Tore: 16. Phaneuf (Getzlaf/Ausschluss Jakowenko) 0:1. 33. Perry (Keith, Bouwmeester) 0:2. 38. Burrows (Eberle, Keith/Ausschluss Perry!) 0:3. 43. (42:57) Evander Kane (Perry, Getzlaf) 0:4. 44. (43:39) Tavares (Eberle, Russell) 0:5. 44. (43:47) Purcell (Benn) 0:6. 46. (45:53) Phaneuf (Getzlaf, Keith) 0:7. 57. Nugent-Hopkins (Sharp, Ladd) 0:8.

Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Kasachstan, 5mal 2 Minuten gegen Kanada.

Bemerkungen: Kanada mit Dubnyk im Tor.

Slowakei - Weissrussland 5:1 (1:0, 4:1, 0:0)

Hartwall Arena, Helsinki. - 9032 Zuschauer. - SR Levonen/Reiber (Fi/Sz), Kilian/Puolakka (No/Fi).

Tore: 7. Sekera (Baranka, Handzus) 1:0. 24. (23:16) Radivojevic (Sekera) 2:0. 25. (24:58) Miklik (Mikus, Tatar) 3:0. 26. (25:48) Kopecky (Radivojevic) 4:0. 27. (26:56) Mikus (Tatar, Miklik) 5:0. 35. Kaljuschni (Andrej Kostizyn, Sergej Kostizyn/Ausschluss Granak) 5:1.

Strafen: 4mal 2 plus 10 Minuten (Surovy) gegen die Slowakei, 4mal 2 Minuten gegen Weissrussland.

(si)

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