Aktualisiert 07.01.2020 15:28

Öko?Smarte «Waldstadt» in Mexiko geplant

Ein italienischer Architekt plant eine ökologische Waldstadt in Cancún. Aber wie öko ist ein Projekt, für das Bäume weichen müssen?

von
mst
7.1.2020
Das ist eine Visualisierung für die geplante «Smart Forest City Cancún» in Mexiko.

Das ist eine Visualisierung für die geplante «Smart Forest City Cancún» in Mexiko.

stefanoboeriarchitetti.net
Entstehen soll die begrünte Stadt auf 557 Hektaren in der Nähe von Cancún, Mexiko.

Entstehen soll die begrünte Stadt auf 557 Hektaren in der Nähe von Cancún, Mexiko.

stefanoboeriarchitetti.net
Geplant hat sie der italienische Architekt Stefano Boeri.

Geplant hat sie der italienische Architekt Stefano Boeri.

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Der italienische Architekt Stefano Boeri hat kürzlich Pläne für eine smarte, bewaldete Stadt in der Nähe von Cancún in Mexiko veröffentlicht. Die begrünte Stadt soll ein Pionierprojekt für weitere ökologische Bauprojekte sein.

Erbaut werden soll die «Smart Forest City Cancún» auf 557 Hektaren in der Nähe der mexikanischen Stadt. Laut Boeri wird es in der Stadt 7,5 Millionen Pflanzen geben, darunter diverse Baumarten, Büsche und Blumen, ausgewählt von der Landschaftsarchitektin und Botanikerin Laura Gatti.

Teil eines weltweiten Projekts

Die Stadt ist Teil von Boeris «Forest City»-Projekt, in dessen Rahmen schon jetzt begrünte Hochhäuser in China gebaut werden. Die vielen Pflanzen sollen gegen die immer stärkere Luftverschmutzung in urbanen Gebieten helfen. Die Stadt soll aber nicht nur ökologisch sein, sondern eben auch «smart» – dank permanenter Überwachung.

Genau: Mit diversen Sensoren in und an den Gebäuden soll das Leben der Bewohner so angenehm wie möglich gestaltet werden. So sollen sie zum Beispiel bei einer App sehen können, wie voll es gerade in einzelnen Teilen der Stadt ist. Dazu bekommen die Bewohner Stromspar-Tipps, angepasst an ihre Gewohnheiten.

Selbstversorgend

Wie es sich für eine Öko-Stadt gehört, soll «Smart Forest City Cancún» auch selbstversorgend sein, also genug Strom und Lebensmittel produzieren, um nicht von anderen Städten abhängig zu sein. Erreichen will Boeri das mit Solarpanels und viel Anbauland mit einem Bewässerungssystem. Und auch Regenwasser soll im grossen Stil gesammelt und wiederaufbereitet werden.

In der Waldstadt wird es keine normalen Autos geben. Geplant ist ein elektrisches Transportsystem für die bis zu 130'000 Bewohner von «Smart Forest City Cancún». Diese Bewohner würden gleichzeitig zu Gärtnern: Die Pflanzen, die auf dem eigenen Gebäude wachsen, müssen von den Bewohnern gepflegt werden.

Umstritten

Das ehrgeizige Projekt ist natürlich nicht unumstritten: Immerhin soll die Baumstadt mitten in einen bestehenden Urwald gebaut werden und den begrünten Hochhäusern müssen viele echte Bäume weichen. Wie sinnvoll das ist, darüber streiten sich diverse Online-Magazine und ihre User.

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