Aktualisiert 19.06.2013 15:35

«Kill Switch»Smartphone-Diebe werden ausgetrickst

Apple hat sie fürs iPhone angekündigt, nun will es angeblich auch Samsung tun: Eine mächtige neue Sicherheits-Funktion soll Langfingern das Geschäft vermiesen.

von
dsc

Smartphones sind äusserst begehrt bei Kriminellen. Dies zeigt der Blick in die Statistiken der Polizei – ob in Zürich oder New York City. In Zukunft dürften es sich Diebe und Räuber aber zweimal überlegen, bevor sie zur Tat schreiten. Grund ist ein neuartiger Diebstahlschutz, der gestohlene Geräte praktisch wertlos macht.

Nach Apple entwickelt nun angeblich auch Samsung eine entsprechende Sicherheits-Technik, um Smartphones aus der Ferne zu sperren. Für immer. Dies berichtet der US-Blog Android Authority und beruft sich dabei auf ein südkoreanisches News-Portal.

Schon im Juli?

Laut dem Bericht wird Samsung schon nächsten Monat einen «Kill Switch» lancieren. Diese Software-Funktion werde es dem Geräte-Hersteller oder auch dem Mobilfunk-Provider ermöglichen, ein als gestohlen gemeldetes Gerät unbrauchbar zu machen.

Werde der Kill Switch aktiviert, könne das Smartphone nirgendwo auf der Welt mehr verwendet werden. Nicht mit einem anderen Mobilfunk-Provider und auch nicht mit einer neuen Prepaid-SIM-Karte.

Die technischen Details zum mächtigen Diebstahlschutz sind nicht bekannt. Derweil werden kritische Stimmen laut, die von einem heiklen Unterfangen sprechen. Es bestehe die Gefahr des Missbrauchs. Etwa durch Hacker, die das Sicherheits-System überlisten und mutwillig fremde Geräte sperren. Ausserdem stellt sich die Frage, wer den Kill Switch betätigen darf: der Mobilfunk-Provider, der Hardware-Hersteller oder doch der Besitzer? Fest steht: Wegen des PRISM-Schnüffelskandals ist das Vertrauen in die Unternehmen und den Staat deutlich gesunken.

Schwarze Liste

Schon heute haben Betroffene die Möglichkeit, ein gestohlenes Handy beim eigenen Provider sperren zu lassen. Basierend auf einer Anzeige bei der Polizei wird die IMEI-Nummer, die jedes Gerät identifizierbar macht, auf eine internationale schwarze Liste gesetzt. Nichtsdestotrotz scheint der Handel mit gestohlenen Geräten zu boomen.

In den USA stehen die grossen Smartphone-Hersteller deswegen seit Monaten unter Druck, ihre Kunden besser vor Kriminellen zu schützen. Der Generalstaatsanwalt von New York hat Gespräche geführt mit Vertretern von Apple, Microsoft, Motorola, Samsung und weiteren Unternehmen. Dabei ging es um das Einbauen eines Kill Switch in zukünftige Geräte, respektive Systeme.

Apple kündigt «Activation Lock» an

Apple hat Anfang Juni mit einer Ankündigung anlässlich der Eröffnung der Entwicklerkonferenz WWDC reagiert. Demnach wird mit dem neuen mobilen Betriebssystem iOS 7 im Herbst eine Funktion namens «Activation Lock» eingeführt. Laut Apple sollen sich damit gestohlene iPhones und iPads endgültig sperren lassen, selbst wenn die Diebe die Geräte komplett löschen.

Gemäss den amerikanischen Kriminalstatistiken betrifft fast jeder dritte Diebstahl ein Mobiltelefon. Die Generalstaatsanwälte von New York und San Francisco sind sich laut einem Bericht des US-Blogs Apple Insider einig: Der Ball liege bei den Hardware-Herstellern. Sollten sie einen Kill Switch in die Smartphones integrieren, würde der Schwarzmarkt einbrechen.

Die Initiative der Geräte-Hersteller wird von Swisscom begrüsst, wie ein Sprecher erklärt. «Rein technisch ist ein solcher Diebstahlschutz für Provider unproblematisch.» Swisscom stelle sich sicherlich nicht gegen Lösungen, die die Sicherheit der Kunden erhöhen.

Schon heute gibt es für iOS, Android und andere Smartphone-Systeme Programme, um verschwundene Geräte aufzuspüren. Allerdings bieten die zum Teil kostenpflichtigen Apps längst keine hundertprozentige Erfolgsgarantie.

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