Prothesen aus dem 3-D-Drucker: Smartphone steuert Billigprothese
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Prothesen aus dem 3-D-DruckerSmartphone steuert Billigprothese

Eine japanische Firma hat einen bionischen Arm vorgestellt, der weit mehr als nur Hände schütteln kann. Er kostet weniger als 300 Dollar.

von
pst
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Die japanische Firma Exiii hat einen bionischen Unterarm entwickelt, der sich kostengünstig am 3-D-Drucker herstellen lässt. Er soll er weniger als 300 Dollar kosten.

Die japanische Firma Exiii hat einen bionischen Unterarm entwickelt, der sich kostengünstig am 3-D-Drucker herstellen lässt. Er soll er weniger als 300 Dollar kosten.

Exiii
Ein Sensor registriert Bewegungen und Kontraktionen von Nerven und Muskeln, sendet die Daten ans verbundene Smartphone ...

Ein Sensor registriert Bewegungen und Kontraktionen von Nerven und Muskeln, sendet die Daten ans verbundene Smartphone ...

Exiii
... das wiederum die nötigen Berechnungen vornimmt und die Bewegungs-Befehle an den smarten Unterarm weitergibt. Im Bild verschiedene Prototypen des Handiii.

... das wiederum die nötigen Berechnungen vornimmt und die Bewegungs-Befehle an den smarten Unterarm weitergibt. Im Bild verschiedene Prototypen des Handiii.

Exiii

Die japanische Firma Exiii will Menschen, die keine Unterarme mehr haben, nicht nur möglichst voll funktionstüchtige Prothesen anbieten, sie sollen zudem auch erschwinglich sein.

Beides scheint den Japanern gelungen zu sein. Am diesjährigen South-by-Southwest-Event (SXSW) in Austin, Texas, der verschiedene Anlässe aus den Bereichen Musik, Film und Interactive vereint, haben sie einen neuen bionischen Arm vorgestellt. Er ist dank 3-D-Druck-Technologie unter 300 Dollar herzustellen und verhält sich dank Anbindung an Smartphone und EMG-Sensor (siehe Box) wie ein richtiger Arm.

Smartphone wird zum «Hirn»

Während der EMG-Sensor Kontraktionen von Nerven und Muskeln am Ende des Oberarms registriert und die Daten ans Smartphone sendet, «übersetzt» das Handy diese Informationen und wandelt sie via App in entsprechende Bewegungen des bionischen Arms um. Dabei ist es nicht nur möglich, die künstliche Hand zu öffnen und zur Faust zu ballen. Auch die Finger lassen sich einzeln bewegen.

Mehr noch: Es soll gar möglich sein, einen Stift mit entsprechend rauer Oberfläche (für besseren Grip) aufzunehmen und damit zu schreiben.

Der bionische Arm ist bereits erhältlich. Wie die Entwickler aber über Ubergizmo.com verlauten liessen, kann es bei der Auslieferung zu Verzögerungen kommen. Exiii will den bionischen Unterarm auch für wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung stellen.

Die bionische Hand von Exiii an der SXSW. (Video: Youtube/RuptlyTV)

Und wie heisst wohl ein künstlicher Unterarm von Exiii, der sich mit dem Smartphone verbindet? Richtig: Handiii.

Elektromyografie (EMG):

Elektromyografie bezeichnet ein Verfahren zur Messung der elektrischen Muskelaktivität. Dabei wird die elektrische Aktivität im ruhenden und angespannten Muskel gemessen. Mittels EMG kann beispielsweise festgestellt werden, ob eine Krankheit muskuläre oder nervliche Ursachen hat. Im Sportbereich wird EMG eingesetzt, um anhand der registrierten elektrischen Signale der Muskeln den Bewegungsablauf von Sportlern zu optimieren.

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