Aktualisiert 17.08.2013 08:19

Experten warnen

Smartphones schädigen Kinderaugen

In Schweizer Augenkliniken landen vermehrt Kinder und Jugendliche mit entzündeten Augen und Kopfschmerzen. Grund dafür ist das stundenlange Starren auf kleine Smartphone-Bildschirme.

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hvw/nj/tab
Ob exzessive Smartphone-Nutzung bei Kindern und Jugendlichen zu Kurzsichtigkeit führen kann, ist umstritten.

Ob exzessive Smartphone-Nutzung bei Kindern und Jugendlichen zu Kurzsichtigkeit führen kann, ist umstritten.

«Die intensive Nutzung von Smartphones ist ein Problem», sagt der Sprecher der Zürcher Pallas-Augenklinik, Jan Vonderlin. Besonders Jugendliche, die die Geräte lang und intensiv nutzten hätten deutliche Konzentrationsprobleme. Der Grund: Das Auge und damit das Gehirn muss sich auf einem so kleine Bildschirm viel mehr anstrengen. Dazu kommen gerötete, tränende und entzündete Augen. «Bei vielen Patienten, die mit diesen Symptomen zu uns kommen, stellen wir fest, dass der Grund ein intensiver Gebrauch von Smartphones, iPads und Co ist.» Bei den Jungen habe deshalb auch der Gebrauch von Augentropfen zugenommen, sagt Vonderlin.

Ohne Fokus

Die Überanstrengung der Augen, die unter der Bezeichnung Computer Vision-Syndrome bekannt ist, kann auch zu einer Fokussionsschwäche führen. «Jeder 10. Jugendliche hat Mühe, seine Augen auf Dinge in der Nähe scharf zustellen», stellt die diplomierte Augenoptikerin Pamela Paliara fest. Diese Erscheinung, die einer frühzeitigen Altersschwäche gleich komme, habe in den letzten Jahren bei Kindern und Jugendlichen stark zugenommen, so Paliara.

Kurzsichtig wegen Smartphones?

Ein gegenteiliger Verdacht äusserte der britische Augenchirurg David Allamby am Donnerstag in der Daily Mail. Bis zur Hälfte der heute 10-jährigen könnten in 20 Jahren an Kurzsichtigkeit leiden, sagt er. Der Grund dafür sei das stundenlange Starren auf kleine Smartphone-Bildschirme, das vor allem das Sehvermögen von Kindern und Jugendlichen gefährde.

«Gerade Kinder halten sich die Handys teils nur zehn Zentimeter vors Gesicht und starren dann wie hypnotisiert auf den Bildschirm», bestätigt ein Augenoptiker der Klinik am Bellevue in Zürich. So könne es dazu kommen, dass sie verlernen, in die Weite zu sehen. «Die Folge ist eine irreversible Kurzsichtigkeit», sagt der Optiker.

Auch Dominik Ramspeck vom Schweizer Optikverband sieht eine gewisse Gefährdung. «Bei ständigem Sehen auf eine gleiche, kurze Distanz wird das visuelle System auf die häufigst gebrauchte Distanz konditioniert», erklärt er. Dabei entstehe eine sogenannte Bildschirmkurzsichtigkeit, die bei Menschen im Wachstumsalter zu bleibenden Folgen führen könne. Dies sei aber sehr selten der Fall, so Ramspeck. «In den meisten Anwendungen schauen die User nur kurzfristig aufs Display.»

«Das ist Humbug»

Für Roger Crelier, Leiter des Instituts für Optometrie der Fachhochschule Nordwestschweiz sind die Schilderungen des englischen Chirurgen «Humbug». Es gäbe keine Studie, die bewiesen, dass die Nutzung von Smartphones zu Kurzsichtigkeit führt. «Bei einer normalen Nutzung von Smartphones sind keine negativen Auswirkungen auf das Sehvermögen zu erwarten», so Crelier.

Auch Optometrist und Kontaktlinsenspezialist Michael Bärtschi sind keine wissenschaftlichen Arbeiten bekannt, die diesen Zusammenhang schlüssig aufzeigen. Viele verschiedene Faktoren haben Einfluss auf die Entwicklung von Kurzsichtigkeit, sagt Bärtschi. Insbesondere ein Mangel an Tageslicht scheint einen negativen Effekt zu haben. «Bekannt ist aus asiatischen Studien, dass Kinder mit viel Bewegung an der Luft und im Sonnenlicht signifikant weniger häufig kurzsichtig sind.»

Bei anhaltender Bildschirmtätigkeit empfehlen Experten bewusst in die Ferne zu schauen und regelmässige Pausen zu machen. Beim konzentrierten Betrachten des Monitors sei auch darauf zu achten, ab zu zu bewusst zu Blinzeln, um die Augen mit Tränenflüssigkeit benetzt zu halten.

Bei anhaltender Bildschirmtätigkeit empfehlen Experten bewusst in die Ferne zu schauen und regelmässige Pausen zu machen. Beim konzentrierten Betrachten des Monitors sei auch darauf zu achten, ab zu zu bewusst zu Blinzeln, um die Augen mit Tränenflüssigkeit benetzt zu halten.

Bei anhaltender Bildschirmtätigkeit empfehlen Experten bewusst in die Ferne zu schauen und regelmässige Pausen zu machen. Beim konzentrierten Betrachten des Monitors sei auch darauf zu achten, ab zu zu bewusst zu Blinzeln, um die Augen mit Tränenflüssigkeit benetzt zu halten.

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