KeimschleuderSmartphones sind dreckiger als Toiletten
«Mobiltelefone kommen mit mehr Körperteilen in Kontakt als Toilettensitze», warnen Forscher. Ein Zürcher Labor untersuchte nun iPhones und Co. – und fand gefährliche Keime.
- von
- chk

Wird täglich bis zu 150-mal berührt: Smartphone im Einsatz. (Archivbild)
Bis zu 150-mal pro Tag berühren wir unser Smartphone. Mit keinem anderen Gerät haben wir so häufig Hautkontakt, kein anderes Gerät nehmen wir überallhin mit: ins Tram, ins Büro, aufs WC, in die Küche und in den Ausgang. «Smartphones kommen mit mehr Körperteilen und mehr Bakterien in Kontakt als Toilettensitze», warnten indische Forscher unlängst.
Das iPhone als Keimschleuder und Krankheitsüberträger? «SonntagsBlick» wollte es genau wissen. In einem Zürcher Labor liess die Zeitung vier Smartphones auf Keime untersuchen. Das Ergebnis: Zwei Smartphones wiesen eine Keimbelastung von 100 KBE pro 25 cm2 auf – sie gelten folglich als «unsauber».
Natel oft reinigen
Die zuständige Mikrobiologin erklärt: «Es handelt sich dabei vermutlich überwiegend um typische Hautkeime.» Die seien im Grundsatz unbedenklich. Allerdings rät sie: «Um Keimbildung zu vermeiden, sollte man sein Natel öfter reinigen, zum Beispiel mit handelsüblichen Wischtüchern.»
Die Ergebnisse decken sich mit denen einer Studie der Hochschule Furtwangen (D) von Professor Markus Egert, der 60 Smartphones untersuchte. «Wir haben auch potenziell gefährliche Bakterien gefunden», sagt er im «SonntagsBlick». «Deshalb sollten sich Smartphone-Nutzer bewusst sein, dass diese Bakterien zu einem Risiko werden können.»