Neue Einsatzmöglichkeit: Smartwatches erkennen Corona, noch bevor Symptome auftreten
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Neue EinsatzmöglichkeitSmartwatches erkennen Corona, noch bevor Symptome auftreten

Kleinste Veränderungen im Herzschlag können bereits Tage vor den ersten Symptomen auf eine Corona-Erkrankung hinweisen. Gemessen werden kann dies mit Gadgets, die viele bereits zu Hause haben.

von
Dominique Zeier
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Smartwatches haben viele nützliche Funktionen.

Smartwatches haben viele nützliche Funktionen.

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Sie können beispielsweise Sportaktivitäten messen.

Sie können beispielsweise Sportaktivitäten messen.

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Neue Studien zeigen allerdings, dass sie auch Corona-Erkrankungen erkennen können.

Neue Studien zeigen allerdings, dass sie auch Corona-Erkrankungen erkennen können.

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Darum gehts

  • Schon Tage bevor erste Symptome auftreten, verändert sich der Herzschlag von Corona-Patienten.

  • Diese kleine Veränderung kann von Geräten wie der Apple Watch gemessen werden.

  • Das zeigen zwei Studien aus den USA.

  • Smartwatches könnten in der Corona-Früherkennung also eine wichtige Rolle spielen.

Smarte Uhren wie die Apple-Watch oder Geräte von Garmin oder Fitbit können mehr als nur sportliche Aktivitäten messen. Tatsächlich könnten sie auch im Kampf gegen das Coronavirus eine wichtige Rolle spielen. Das haben Forschungs-Teams der Stanford University in Kalifornien und dem Mount Sinai Health System in New York herausgefunden.

So können die Geräte potenziell kleinste Veränderungen im Herzschlag ihres Trägers oder ihrer Trägerin feststellen. Diese könnten wiederum darauf hinweisen, dass der Besitzer oder die Besitzerin mit dem Coronavirus infiziert ist – und das mehrere Tage, bevor erste Symptome einer Erkrankung auftauchen.

Abstände zwischen Herzschlägen

«Unser Ziel war es, die Infektion mit Covid-19 schon dann festzustellen, wenn die Leute noch gar nicht wissen, dass sie überhaupt krank sind», sagt Rob Hirten, der an einer der Studien beteiligt war, zu CBS News. Mithilfe des Herzschlagmessgeräts, das bereits bei vielen Smartwatches eingebaut ist, sei dies möglich.

Konkret können solche Gadgets die Abstände zwischen zwei Herzschlägen messen. Diese verändern sich ständig und weisen darauf hin, dass das Immun- und Nervensystem richtig arbeiten und der Mensch gesund ist. Zeichne das Gerät wenige Veränderungen zwischen den Abständen auf, könne dies auf eine Erkrankung hinweisen.

Bis zu neun Tage früher

Herausgefunden haben die Forschenden dies bei einer Studie in New York, bei der rund 300 Leute, die im Gesundheitssystem arbeiten, zwischen April und September beobachtet wurden. Alle Beteiligten trugen in diesem Zeitraum Apple-Watches. Dabei konnten die Unterschiede in der Herzfrequenz bei Personen, die sich mit dem Virus infiziert hatten, festgestellt werden.

Diese Ergebnisse werden durch eine zweite Studie gestützt, die an der Stanford University durchgeführt wurde. Dort zeigte sich, dass bei rund 81 Prozent aller Probanden ein Unterschied im Herzschlag festgestellt werden konnte, sobald sie sich mit dem Virus infiziert hatten. Diese Veränderungen konnten sogar bis zu neun Tage, bevor das erste Symptom auftrat, festgestellt werden.

Häufige Messungen

Dies ist insbesondere deshalb wichtig, weil ein Grossteil der Corona-Ansteckungen über noch symptomlose Personen erfolgt. Wie in der Stanford-Studie gezeigt werden konnte, gelang es den Forschenden aber in zwei Dritteln aller untersuchten Fälle, eine Corona-Infektion noch vor dem Ausbruch der ersten Symptome zu erkennen. Die betroffenen Personen konnten sich also viel früher in Quarantäne begeben und stellten für ihr Umfeld somit eine weniger grosse Gefahr dar.

Diese Technologie könnte dabei helfen, Erkrankte früher zu erkennen und zu isolieren. Denn selbst Corona-Tests können trügerisch sein. So ist es möglich, dass ein Corona-Test negativ herauskommt, obwohl man wenige Tage später bereits Viren verbreitet. «Smartwatches können 24 Stunden am Tag getragen werden und alarmieren sofort, wenn sie eine Veränderung im Körper des Trägers oder der Trägerin feststellen», erklärt der Stanford-Professor Michael Snyder. Ein möglicher Einsatz dieser Geräte könnte also einen wichtigen nächsten Schritt im Kampf gegen das Virus darstellen.

Digital-Push

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