Börse im Aufwind: SMI schliesst trotz Trump-Schreck deutlich höher
Aktualisiert

Börse im AufwindSMI schliesst trotz Trump-Schreck deutlich höher

Donald Trump ist der neue US-Präsident – viele Märkte stürzten erst ab. Doch nach einem Taucher sind die meisten wieder auf Kurs.

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sas/zum/kwo
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Grosser Jubel bei den Trump-Fans: Ihr Kandidat gewinnt die US-Präsidentschaftswahlen. Die internationalen Aktienmärkte reagierten auf den Sieg und gingen auf Tauchstation.

Grosser Jubel bei den Trump-Fans: Ihr Kandidat gewinnt die US-Präsidentschaftswahlen. Die internationalen Aktienmärkte reagierten auf den Sieg und gingen auf Tauchstation.

AP/Evan Vucci
Ausnahme ist der Schweizer Leitindex SMI: Er befand sich gegen 11 Uhr um ein Prozent im Plus.

Ausnahme ist der Schweizer Leitindex SMI: Er befand sich gegen 11 Uhr um ein Prozent im Plus.

Keystone/Ennio Leanza
Grund: Für die Pharmabranche in der Schweiz könnte die Wahl von Trump positiv sein.

Grund: Für die Pharmabranche in der Schweiz könnte die Wahl von Trump positiv sein.

AP/Evan Vucci

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch trotz des anfänglichen Schrecks über die Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten mit einem deutlichen Plus geschlossen.

Dazu haben die Kursgewinne der Pharma-Schwergewichte massgeblich beigetragen.

Die Pharma-Werte gehören zu den Branchen-Titeln, die schon im Vorfeld als mögliche Gewinner im Falle eines Wahlsiegs des Republikaners Trump galten.

Die Welt dreht sich weiter

Über lange Strecken bildete der Schweizer Leitindex SMI mit seinen Kursgewinnen eine Ausnahme gegenüber den wichtigsten europäischen Indizes. Am Nachmittag zeigten aber auch diese Märkte eine deutliche Erholungstendenz und drehten ins Plus.

Die Wall Street präsentierte sich im frühen US-Handel stabil. Allen zuvor angestellten medialen Untergangsszenarien zum Trotz, drehe sich die Welt nach dem Wahlsieg Trumps weiter, hiess es in einem Kommentar.

Klar sei aber auch, dass gerade die Wirtschaftspolitik mit Trump als Präsident unberechenbar werde, kommentierte ein weiterer Experte. «Die Finanzmärkte werden sich mit den Entscheidungen Trumps aber erst dann beschäftigen, wenn sie relevant werden.»

Pharmawerte ziehen an

Der Swiss Market Index (SMI) schloss mit einem Aufschlag von 1,99 Prozent auf 7897,84 Punkte nahe dem Tageshoch bei 7907,75 Punkten. Am Morgen war der Leitindex noch bis auf 7699,14 Punkte abgesackt. Der breite Swiss Performance Index (SPI) gewann 1,70 Prozent auf 8637,73 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 22 im Plus und acht im Minus.

Die mit Abstand grössten Kursgewinne unter den Blue Chips verzeichneten die Aktien diverser Unternehmen aus der Gesundheitsbranche, allen voran Actelion, Roche und Novartis, die sich um 4,4 bis 5,7 Prozent verteuern. Es folgen mit Galenica ( 3,6 Prozent) und Sonova ( 1,8 Prozent) noch weitere Vertreter aus der Gesundheits-Industrie.

Aber auch im breiten Markt setzten Aktien aus dem Gesundheitssektor wie die von Santhera, BB Biotech und Basilea mit Kurssprüngen von bis zu 14 Prozent zur Erholung an. Marktteilnehmer begründen die besonders ausgeprägten Kursreaktionen damit, dass die Branche vom Wahlsieg Trumps profitiert.

Neben der Gesundheitsbranche verzeichneten auch Zykliker wie LafargeHolcim ( 3,8 Prozent), Schindler ( 2,3 Prozent) und ABB ( 2,2 Prozent) deutliche Aufschläge. Im Vorfeld der Wahl hatten Experten diese Unternehmen als potenzielle Profiteure der US-Wahl genannt, da beide Präsidentschaftskandidaten umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur in Aussicht gestellt haben. Freundlich präsentierten sich nach Zahlen auch die Aktien vom Versicherer Swiss Life ( 1,2 Prozent).

Auch Finanztitel im Plus

Insgesamt zogen die Aktien aus dem Finanzsektor im späten Handel noch mal merklich an. Am Ende zeigten die Aktien der Credit Suisse, Julius Bär, UBS und auch Bâloise Kursaufschläge zwischen 3,6 und 1,0 Prozent.

Am Ende des Kurstableaus stehen mit Kühne Nagel (-2,9 Prozent), Dufry (-1,8 Prozent) und Syngenta (-1,2 Prozent) Aktien von Unternehmen, die stark auf einen offenen Welthandel angewiesen sind. Ihre Aussichten sind angesichts der restriktiveren Handelsbeziehungen, die Trump angekündigt hat, zunächst klar getrübt. (sas/zum/kwo/20 Minuten/sda)

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