Aktualisiert 09.03.2020 09:54

SMI-CrashSchweizer Börse stürzt um über 6 Prozent ab

Die Schweizer Börse ist richtig schlecht in die Woche gestartet: Sie legte ein Minus von 6,3 Prozent hin. Grund ist die Angst vor einem Ölpreiskrieg.

von
rkn

Die Märkte reagieren empfindlich auf den Ölpreiskrieg. (Video: RKN, Keystone)

Panik hat die Aktienmärkte ergriffen: Saudi-Arabien und Russland sind miteinander in einen Ölpreiskrieg getreten, nachdem sich die Opec und ihre Kooperationspartner nicht auf eine weitere Beschränkung der Rohölproduktion einigen konnten. Die Ölpreise sind am Montag um etwa 30 Prozent in die Tiefe gerauscht.

Der Swiss Market Index (SMI) reagierte mit Kursverlusten von zeitweise mehr als 6 Prozent im frühen Handel. Er folgte damit den Kurseinbrüchen in Asien. Aktuell hat der Leitindex damit innerhalb von zwei Handelstagen 10 Prozent verloren, da er sich bereits am Freitag mit einem deutlichen Minus ins Wochenende verabschiedet hatte.

Coronavirus-Krise

Im Laufe des Wochenendes haben dann die Nachrichten zum Coronavirus gezeigt, dass es sich immer weiter ausweitet und damit ein Abschätzen der wirtschaftlichen Folgen immer schwieriger wird. Im besonders stark betroffenen Italien sind ganze Regionen und Städte im Norden abgeriegelt worden.

Gegen 9.20 Uhr am Montag sackte der SMI um 5,69 Prozent ab auf 9'183,06 Punkte. Prozentual zweistellig ging es zeitweise für Finanzwerte abwärts. UBS und Credit Suisse verloren im frühen Handel 10 Prozent und sind damit auf unter 9 Franken gefallen. Für die Belastung sorgen die sinkenden Renditen der US-Staatsanleihen: Tiefe Renditen bedeuten auch tiefere Einnahmen für die Finanzinstitute.

Ebenso deutlich kamen noch konjunktursensible Werte wie AMS (-9,2%) und ABB (-8,8%) unter die Räder. Am breiten Markt warfen Investoren unter anderem die Aktien von Sulzer, die stark vom Ölmarkt abhängig sind, im grossen Stil auf den Markt. Die Aktien brachen um ein Viertel ein.

Gold gefragt

Investoren suchten Zuflucht in Gold, dessen Preis über die Marke von 1700 Dollar je Feinunze stieg. Auch US-Staatsanleihen waren gefragt. Die Rendite der zehnjährigen Papiere fiel auf ein Rekordtief von 0,5 Prozent; die Rendite der 30-jährigen Staatsanleihen rutschte unter die Marke von einem Prozent.

Im asiatischen Devisenhandel verlor der Dollar 2,7 Prozent auf 102,47 Yen und stagnierte bei 6,9286 Yuan. Zur Schweizer Währung notierte er 0,9 Prozent niedriger bei 0,9289 Franken. Parallel dazu stieg der Euro um ein Prozent auf 1,1397 Dollar und zog um 0,1 Prozent auf 1,0592 Franken an. Das Pfund Sterling gewann 0,2 Prozent auf 1,3067 Dollar. (rkn/sda)

UBS- und CS-Aktien fallen zeitweise auf unter 9 Franken

Die Aktien der Grossbanken UBS und Credit Suisse sind am Montag zeitweise unter 9 Franken gefallen. Zur Berichtszeit verloren die Aktien von UBS 5,4 Prozent auf 9,35 Franken und von Credit Suisse 6,5 Prozent auf 9,17 Franken. Im bisherigen Tagestief waren es 8,79 Franken beziehungsweise 8,70 Franken (je -11 Prozent).

Bei den Banken kamen die tiefen Zinsen dazu: Tiefe Renditen bedeuten auch weniger Einnahmen für die Finanzinstitute. Zudem wurde befürchtet, dass eine steigende Zahl von Unternehmen wegen der Folgen der Ausbreitung des Coronavirus in die Bredouille geraten und Probleme bei der Rückzahlung ihrer Kredite haben könnten.

Entsprechend flohen Anleger aus den Finanzwerten und suchten Zuflucht in vermeintlich sicheren Häfen wie Gold und US-Staatsanleihen, was die Rendite der zehnjährigen Treasuries zeitweise auf historische Tiefs drückte.

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