Salez SG: SMS sollen Bauern vor dem Wolf warnen

Aktualisiert

Salez SGSMS sollen Bauern vor dem Wolf warnen

Das Landwirtschaftliche Zentrum Salez warnt Bauern in den St. Galler Bergregionen per SMS vor Wölfen. Das Konzept stösst nicht bei allen auf Begeisterung.

von
afa
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Am Montag, 5. Oktober 2015, schaffte es ein Leser-Reporter, zwei Calanda-Wölfe zu fotografieren.

Am Montag, 5. Oktober 2015, schaffte es ein Leser-Reporter, zwei Calanda-Wölfe zu fotografieren.

Leser-Reporter/Urs Steger
«Ein einmaliges Erlebnis», schwärmt Urs Steger.

«Ein einmaliges Erlebnis», schwärmt Urs Steger.

Leser-Reporter/Urs Steger
Die Tiere haben den schönen Herbsttag sichtlich genossen.

Die Tiere haben den schönen Herbsttag sichtlich genossen.

Leser-Reporter/Urs Steger

«Ich halte nichts von einem Warn-System, das per SMS vor einem Wolf im eigenen Gebiet warnt», sagt eine Landwirtin aus dem Taminatal zu 20 Minuten. Ein solches Warn-SMS würde bestimmt zu spät kommen, so dass man nicht genug Zeit hätte, die eigenen Herdentiere vor dem Wolf zu retten. «Man sollte die Wölfe einfach abschiessen, denn sie wurden in der Schweiz nicht umsonst ausgerottet.» Eine weitere Bäuerin aus derselben Region pflichtet ihr bei: «Es ist wohl am besten, wenn man den Wolf abschiesst. Denn durch ihn müssen unsere Tiere einen furchtbar qualvollen Tod sterben.»

Ein Landwirt aus Vasön SG ist etwas versöhnlicher: «Es ist besser als nichts und kann bestimmt auch präventiv wirken.» Und auch Martin Keller, Präsident des St. Gallischen Schafzuchtverbands, begrüsst das SMS-Warn-System: «Wir haben dem LZSG vor einem Jahr vorgeschlagen, ein Warn-System zu machen.» Es sei ein praktisches und effizientes System. Sollte dennoch ein Schaf zu Schaden kommen, könne man dafür umliegende Bauern schnell warnen.

Wie das «Regionaljournal Ostschweiz» von SRF berichtet, bietet das Landwirtschaftliche Zentrum Salez (LZSG) Landwirten in den St. Galler Bergregionen einen SMS-Service, der vor nahenden Wölfen warnt. So sollen die Bauern ihre Tiere während der Alpsömmerung rechtzeitig vor Rissen schützen können. Im vergangenen Sommer wurden in den St. Galler Alpen sieben Schafe und ein Kalb gerissen.

Spezielle SMS für Berggebiete

Das Warn-System ist laut Markus Hobi vom LZSG eine Präventions-Massnahme und dient ausschliesslich Menschen in den Bergregionen. «Nur Bauern und Hirten können sich bei uns registrieren lassen und erhalten dann per SMS Informationen über den neusten Standort vom Wolf.» Da das Handynetz nicht alle Berggebiete erfasst, verwendet das LZSG spezielle E-SMS, die auch von der Feuerwehr benutzt werden. Informationen zu den Standorten der Wölfe erhalte das LZSG von Fotofallen und vom Amt für Natur, Jagd und Fischerei St. Gallen. Das Warn-System sei im südlichen Sarganserland schon recht gut ausgebaut. «Nun wollen wir das System im ganzen Kanton anbieten, mit speziellem Augenmerk auf das Rheintal und Toggenburg», sagt Hobi.

Hobi empfiehlt den Bauern zusätzlich, ihre Tiere bei Gefahr über Nacht in Gehegen zusammengepfercht zu halten. «Der Wolf reisst lieber einzelne Tiere als solche in einer Gruppe», weiss Hobi.

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