Aktualisiert 11.05.2017 16:10

Instagram StoriesSnapchat-Klon ist erfolgreicher als Original

Snapchat ist weit davon entfernt, profitabel zu sein. Und Klone von Facebook setzen dem Unternehmen weiter zu.

von
lin
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Die Spectacles von Snap haben eine eingebaute Videokamera, die beim Schauen filmt. Es ist ein Versuch der Firma, mehr zu sein als nur eine App.

Die Spectacles von Snap haben eine eingebaute Videokamera, die beim Schauen filmt. Es ist ein Versuch der Firma, mehr zu sein als nur eine App.

Snap Inc
Der Ursprung: 2011 beginnt Snapchat unter dem Namen Picaboo mit einer Messenger-App mit kurzlebigen Bildern.

Der Ursprung: 2011 beginnt Snapchat unter dem Namen Picaboo mit einer Messenger-App mit kurzlebigen Bildern.

Screenshot Crunchbase
Noch im selben Jahr wird aus Picaboo Snapchat, der kleine Geist gehört weiterhin zum Erscheinungsbild. Inzwischen heisst das Unternehmen Snap. Die App Snapchat ist eines der Produkte.

Noch im selben Jahr wird aus Picaboo Snapchat, der kleine Geist gehört weiterhin zum Erscheinungsbild. Inzwischen heisst das Unternehmen Snap. Die App Snapchat ist eines der Produkte.

Flickr/TedMurphy/CCBY2.0

Snap, das Unternehmen hinter Snapchat, hat erstmals nach dem Börsengang Quartalszahlen veröffentlicht. Sie fielen alles andere als gut aus. Zwar stieg der Umsatz, blieb mit knapp 150 Millionen Dollar aber hinter den Erwartungen zurück. Unter dem Strich machte Snap in den ersten drei Monaten des Jahres 208 Millionen Dollar Verlust.

Doch wie kann eine App wie Snapchat überhaupt so grosse Verluste anhäufen? Neben Personal und Entwicklungskosten benötigt Snapchat enorme Server-Kapazitäten, um in Echtzeit Filter, Masken und andere Effekte anzuzeigen. Snap betreibt aber bisher keine eigenen Datenzentren, sondern kauft die Cloud-Leistungen bei Google oder Amazon ein. Snap hat sich verpflichtet, während der nächsten fünf Jahre für 2 Milliarden Dollar Leistungen von Google-Cloud und für 1 Milliarde Dollar von Amazon zu beziehen.

Instagram vor Snapchat

Dass junge Techfirmen wie Snap oder Uber trotz Milliardenbewertungen grosse Verluste machen, ist nichts Aussergewöhnliches. Die Unternehmen legen ihren Fokus in erster Linie darauf, möglichst schnell zu wachsen und Konkurrenten auszuschalten. Das Geldverdienen folgt in einem weiteren Schritt. Auf dieses Geschäftsmodell setzen auch die Investoren, die nach dem Börsengang im März Aktien von Snap gekauft haben. An der Börse hat Snap einen Wert von rund 25 Milliarden Dollar.

Doch die Quartalszahlen nähren nun Zweifel, dass Snapchat in naher Zukunft Geld verdienen wird. Und vor allem auch, ob Snapchat überhaupt genügend neue Nutzer gewinnen kann, um die Ziele zu erreichen. Zwar stieg die Zahl der täglich aktiven Nutzer im ersten Quartal von 158 auf 166 Millionen, doch das Wachstum hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich abgeschwächt. Inzwischen wurde Snapchat von seinem grössten Konkurrenten überholt: Instagram Stories hat bereits über 200 Millionen tägliche Nutzer.

Spiegel teilt gegen Zuckerberg aus

Instagram hat mit der Lancierung von Stories im vergangenen Sommer praktisch alle Funktionen von Snapchat kopiert. Seither hat sich das Wachstum von Snapchat verlangsamt. Auch Whatsapp, das wie Instagram zu Facebook gehört, hat teilweise bei Snapchat abgekupfert. Vor dreieinhalb Jahren bot Facebook-CEO Mark Zuckerberg den Snapchat-Gründern Evan Spiegel und Bobby Murphy drei Milliarden US-Dollar in Cash für ihre App. Sie lehnten das Angebot ab. Seither geht Facebook mit Kopien gegen den Konkurrenten vor, inzwischen offenbar mit Erfolg.

Spiegel scheint das nicht zu beunruhigen. Als er bei der Präsentation der Quartalszahlen gefragt wurde, ob er die Konkurrenz von Facebook fürchte, sagte er: «Nur weil Yahoo ein Suchfeld hat, bedeutet das noch lange nicht, dass sie Google sind.»

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