Spekulation: SNB-Aktien machen verdächtige Kurssprünge
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SpekulationSNB-Aktien machen verdächtige Kurssprünge

Die SNB-Aktie notierte so hoch wie zuletzt im Herbst 2011. Gerüchten zufolge soll ein US-Hedgefonds hinter den Kursbewegungen stecken.

von
cls
Die Aktien der Schweizer Nationalbank verzeichnen ungewöhnliche Kursanstiege.

Die Aktien der Schweizer Nationalbank verzeichnen ungewöhnliche Kursanstiege.

1252 Franken, so hoch notierten die Titel der Schweizerischen Nationalbank (SNB) am Donnerstagnachmittag. Eine Steigerung von 18 Prozent ist einer der höchsten Tagesgewinne, zumindest seit Herbst 2011. Laut «Tages-Anzeiger» und «Cash» könnte hinter diesen Kursbewegungen ein Hedge-Fonds stecken.

Auf den Auszügen der Finanzplattform Bloomberg taucht dieser bislang unbekannte Grossaktionär auf. Es könnte sich dabei um die Transamerica Series Trust handeln, eine Tochtergesellschaft von Transamerica Asset Management, die ihrerseits dem holländischen Lebensversicherer Aegon gehört. Aegon übernahm den US-Lebensversicherer Transamerica 1999 für fast zehn Milliarden Dollar.

Nun hält gemäss Bloomberg der Trust seit dem 30. September 2014 19'463 SNB-Aktien und damit 19,46 Prozent. In den Unterlagen der Schweizer Börse hingegen taucht Transamerica bislang gar nicht als Aktionär auf. Im Normalfall muss dort Meldung machen, wer die Grenze von 3 Prozent überschreitet. Auch der Nationalbank ist laut Sprecher Walter Meier kein solcher Aktionär bekannt.

Unklare Gründe für die Bewegung

Die SNB liess den «Tages-Anzeiger» wissen, dass, unklar sei, was oder wer hinter dem scharfen Kursanstieg stecke. Aufgrund der Spezialgesetzgebung sind die Rechte der privaten Aktionäre bei der SNB relativ bescheiden. Grosse Aktienpakete liegen nur bei Kantonen und Kantonalbanken. Diese dürfen laut SNB-Sprecher Meier zwar ihre SNB-Titel verkaufen, doch wisse man nichts von entsprechenden Absichten.

Der grösste Aktionär der SNB ist der Kanton Bern mit 6,63 Prozent. 62 Prozent der SNB-Aktien befinden sich in Besitz von Kantonen und Kantonalbanken. Die übrigen verteilen sich auf 2236 Privataktionäre, denen eine Stimmrechtsbeschränkung unterliegt.

Zweitgrösster Aktionär ist laut «Cash» der deutsche Professor Theo Siegert mit 6 Prozent SNB-Aktienbesitz. Auch er soll nicht hinter dem Kursanstieg stecken.

Bei der SNB handelt es sich um eine spezialgesetzliche Aktiengesellschaft. Diese Organisationsform soll die geld- und währungspolitische Unabhängigkeit unterstützen. 100 000 Aktien der SNB befinden sich im Umlauf. Ende 2012 hielten 74 öffentlichrechtliche Aktionäre, vor allem Kantone und Kantonalbanken, 60,1% der Valoren. Der Rest der Titel befand sich in der Hand von 2170 Privataktionären. Ein deutscher Staatsbürger ist mit 6% zweitgrösster Aktionär. Die Vermögensrechte sind indes stark eingeschränkt. Die Maximaldividende beträgt 6% vom Nennwert.

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