SNB-Museum: Hier erfährst du die Nötli-Geheimnisse
Aktualisiert

SNB-MuseumHier erfährst du die Nötli-Geheimnisse

Sie mutet wie ein kleines Museum an und bietet Einblicke in die Entstehung des Bargelds: Die SNB hat eine Ausstellung zur neusten Notenserie eröffnet.

von
rkn

20 Minuten führt durchs Nötli-Museum der SNB. (Video: FAN/RKN)

Welche Schritte gehören zur Gestaltung einer neuen Notenserie? Was sind die einzelnen Designelemente? Und wie sieht eigentlich das unbedruckte Substrat aus? Fragen wie diese beantwortet die Schweizerische Nationalbank (SNB) im nach jahrelanger Renovation neu eröffneten SNB-Forum.

Im Ausstellungsraum beim Eingang hat die SNB eine Galerie und eine digitale Medienwand eingerichtet (siehe Video oben). Zu sehen gibt es etwa verschiedene Designstadien der einzelnen Noten: Auf eine Illustration der Suone, die nun auf der 100er-Note zu sehen ist, hat das Team um Gestalterin Manuela Pfrunder mit Rotstift massenweise Notizen gekritzelt. Dabei wird aufs Detail geachtet – einzelne Linien sollten etwas fetter gemacht oder ein Element ein bisschen nach rechts verschoben werden.

Notizen des Designteams. (Bild: RKN)

Fotoshooting im Lötschbergtunnel

Des Weiteren sind verschiedene Gestaltungsprozesse dokumentiert: So gibt es etwa eine Bilderserie dazu, wie Pfrunder und ihr Team nachts im Lötschbergtunnel ein grosses Fotoshooting durchführten. Eine besondere Herausforderung war dabei die Ausleuchtung des stockfinsteren Tunnels. Das Team kombinierte verschiedene Beleuchtungssituationen zu einem einzigen Bild. Das diente dann als Referenz für die Zeichnung auf der Rückseite der 10er-Note.

Diese Bilder waren Vorlagen für die 10er-Note. (Bild: RKN)

Wie in einem Museum gibts eine ganze Reihe von Broschüren zu den einzelnen Noten. «So ein tiefer Einblick in die Gestaltung einer Notenserie ist einzigartig», sagt Patrick Halbeisen, Leiter des SNB-Archivs, zu 20 Minuten. Die Galerie werde voraussichtlich für die kommenden zwei bis drei Jahre im SNB-Forum zu sehen sein. Sie richtet sich laut Halbeisen vor allem an ein Fachpublikum – etwa Studenten oder Forscher, die sich mit Themen rund um die Nationalbank beschäftigen – offen ist das SNB-Forum aber für alle.

Digitale Schmetterlinge und Pusteblumen

Die Ausstellung beinhaltet auch spielerische Elemente, die sich wohl eher weniger an Fachbesucher richten: Auf der riesigen Medienwand können Besucher per Touchscreen durch die wohl grösste Darstellungen der neuen Noten scrollen. Zudem kann man für jede Note ein spezielles Erlebnis starten: Bei der 20er-Note landen dann etwa virtuelle Schmetterlinge auf dem Finger des Besuchers – bei der 50er-Note kontrolliert er den Wind, der in ein Feld von Pusteblumen bläst.

Digitale Schmetterlinge auf der Medienwand. (Bild: RKN)

Ausser Bildern und interaktiven Elementen zu der Banknotenserie bietet die Medienwand auch einen Wissensbereich, wo man Informationen, Videos, Bilder, Grafiken und Statistiken rund um die SNB abrufen kann. Die Daten stammen aus dem Archiv der Nationalbank.

Das SNB-Forum an der Fraumünsterstrasse in Zürich dient Fachbesuchern vor allem dazu, Informationen aus dem Archiv und der Bibliothek der Nationalbank zu beziehen. Zur Bearbeitung dieser Unterlagen bietet die SNB auch einige Arbeitsplätze vor Ort. Zudem befinden sich im Forum noch zwei Konferenzräume für Veranstaltungen der Nationalbank. Die öffentlichen Bereiche sind von Montag bis Freitag von 9.30 bis 16.30 Uhr zugänglich.

So sieht unbedrucktes Noten-Substrat aus. (Bild: RKN)

Deine Meinung