Aktualisiert 14.03.2013 09:37

LagebeurteilungSNB hält an Leitzins und Mindestkurs fest

Nationalbankpräsident Thomas Jordan und seine Mannen halten am rekordtiefen Leitzins sowie am Euro-Mindestkurs von 1.20 Franken fest. Der im Zuge der Mindestkurs-Verteidigung angehäufte Devisenberg bleibt gross.

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sas/sda
Nationalbankpräsident Thomas Jordan führt seinen bisherigen Kurs fort.

Nationalbankpräsident Thomas Jordan führt seinen bisherigen Kurs fort.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) führt ihren bisherigen Kurs unbeirrt fort. In ihrer Lagebeurteilung von Donnerstagmorgen teilt die Notenbank mit, das Zielband für den Leitzins bei rekordtiefen 0 bis 0,25 Prozent zu belassen. Die Bank betont aber, dass sie jederzeit bereit sei, weitere Massnahmen zu ergreifen.

Konkret lag der massgebliche Dreimonatslibor am (gestrigen) Mittwoch bei lediglich 0,02 Prozent. Die Banken können sich bei der SNB also weiterhin praktisch zum Nulltarif Geld leihen.

Auch der Euro-Mindestkurs von 1.20 Franken wird beibehalten. «Der Franken bleibt nach wie vor hoch bewertet. Eine Aufwertung würde die Preisstabilität gefährden und hätte schwerwiegende Folgen für die Schweizer Wirtschaft», schreibt die Notenbank. Dann folgt die von SNB-Präsident Thomas Jordan bereits viel geäusserte Warnung an die Spekulanten, dass der Mindestkurs darum mit aller Konsequenz durchsetzt werde und die Notenbank wenn nötig Devisen in unbeschränkter Höhe kaufen würde.

Schweiz auf Wachstumskurs

Die Notenbank rechnet weiterhin damit, dass die Schweizer Wirtschaft im laufenden Jahr auf Wachstumskurs bleibt und das Bruttoinlandprodukt (BIP) um 1 bis 1,5 Prozent steigt. Damit ist die Prognose gegenüber der letzten geldpolitischen Lagebeurteilung vom Dezember unverändert.

Die unmittelbaren Inflationsgefahren haben sich nach Einschätzung der SNB sogar noch abgeschwächt. Für 2013 rechnet sie mit einem Rückgang des Preisniveaus um 0,2 Prozent. Im Dezember war sie noch von einem Minus von 0,1 Prozent ausgegangen. Für 2014 senkte die SNB die Inflationsprognose von 0,4 auf 0,2 Prozent.

Preisstabilität gewährleistet

Neu gab sie auch für 2015 eine Prognose ab: Mit 0,7 Prozent liegt der Wert weiterhin klar im Rahmen der Preisstabilität, welche die SNB gewährleisten soll. Eine Zinserhöhung zur Verkleinerung der Geldmenge drängt sich aus diesem Gesichtspunkt bis auf weiteres nicht auf.

An der Währungsfront hat sich die Lage etwas entspannt. Der Euro notierte unmittelbar nach der Mitteilung der SNB wenig verändert bei 1,235 Franken. Im Fokus der Devisenhändler stand aber nicht die Schweizer Geldpolitik, sondern die anstehende Versteigerung spanischer Staatsanleihen.

Devisenberg bleibt

Wegen der politischen Krise in Italien war der Euro bis Ende Februar auf bis zu 1,212 Franken gefallen. Dies dürfte ein wichtiger Grund dafür sein, warum die Devisenreserven der SNB im Februar von umgerechnet 429,5 Mrd. auf 427,7 Mrd. Fr. abgenommen haben.

Die SNB hat aber offenbar noch nicht damit beginnen können, ihren Devisenberg drastisch abzubauen. Dieser war zur Verteidigung des Euro-Mindestkurses zuletzt im Sommer 2012 massiv grösser geworden.

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