Aktualisiert 21.11.2016 11:09

Devisenmarkt-InterventionenSNB schwächt Franken mit Milliarden

In nur einer Woche legen die Sichtguthaben bei der Nationalbank um 4,8 Milliarden Franken zu. Das weist auf grosse Interventionen am Devisenmarkt hin.

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rub
Neue Franken kreieren zum Kauf von ausländischen Währungen: Ein Mann mit Bündeln von 50er-Noten.

Neue Franken kreieren zum Kauf von ausländischen Währungen: Ein Mann mit Bündeln von 50er-Noten.

Keystone/snb/handout

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat in der abgelaufenen Woche eine Zunahme der Sichtguthaben um 4,8 Milliarden auf 524,7 Milliarden Franken verzeichnet. Dies ist der höchste Wochenanstieg seit dem Entscheid zum Brexit in Grossbritannien im vergangenen Juli.

Gleichzeitig ist es auch ein Indiz dafür, dass die SNB kräftig am Devisenmarkt interveniert hat. Diese kommentiert diesbezügliche Anfragen jedoch nicht.

Erst am vergangenen Donnerstag bekräftigte SNB-Direktorin Andréa Maechler die Bereitschaft der SNB zur Intervention an den Devisenmärkten. Diese und der Negativzins seien sich gegenseitig verstärkende Massnahmen, die ihre Wirkung entfalteten, sagte sie in einem Referat in Genf: «Gleichwohl ist der Franken nach wie vor signifikant überbewertet.»

Sichtguthaben schwanken auch mit Devisenkursen

Veränderungen der Sichtguthaben sind allerdings nicht nur ein Hinweis auf Interventionen der SNB sondern kommen auch aufgrund der veränderten Bewertung der Devisenreserven zum Stichtag zustande.

Während der US-Dollar in den vergangenen Wochen im Sog der US-Wahlen kräftig zugelegt und dabei gegenüber dem Franken über die Parität geklettert ist, hält der Aufwertungsdruck auf den Franken gegenüber dem Euro an. Dieser fiel in den vergangenen Tagen zeitweise auf unter 1,07 Franken. (rub/sda)

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