Strassen, Schulen, Spitäler: SNB soll in die Schweizer Infrastruktur investieren

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Strassen, Schulen, SpitälerSNB soll in die Schweizer Infrastruktur investieren

Die Schweizerische Nationalbank hat rund 600 Milliarden Franken Devisenreserven. Ein Professor schlägt vor, einen Teil davon für Infrastruktur-Bauten zu verwenden.

von
lüs
Der Hauptsitz der Schweizer Nationalbank in Bern.

Der Hauptsitz der Schweizer Nationalbank in Bern.

Keystone/Gaetan Bally

Die Schweiz soll mit Geld der Schweizerischen Nationalbank (SNB) eine inländische Infrastruktur-Bank gründen. Diesen Vorschlag macht Stéphane Garelli, Professor an der Lausanner Wirtschaftsschule IMD, im «Tages-Anzeiger». Das Startkapital könnte zum Teil aus den Deviesenreserven der SNB stammen, die derzeit fast 600 Milliarden Franken betragen. Genutzt werden könnte das Geld zur Finanzierung von Strassen, Bahnen, Schulen, Spitälern oder Mobilfunknetzen.

«Heute sind gute Infrastrukturen so teuer, dass man sie nur mit einer Steuererhöhung finanzieren kann. Doch diese entziehen der Realwirtschaft Geld. Damit bremst sie die Entwicklung der Wirtschaft», sagt Garelli. Der Ökonom hält es für einen Widerspruch, wenn «die SNB auf fast 600 Milliarden Franken sitzt, aber der Staat und staatsnahe Bereiche den Gürtel enger und enger schnallen müssen».

Ausländische Vorbilder für Staatsfonds

Garelli ist der Meinung, dass die SNB auf rund die Hälfte ihrer Reserven verzichten könnte, um sie an einen solchen Infrastruktur-Fonds zu verleihen. Denn: «Wird jemand morgen an die Tür der SNB klopfen und 560 Milliarden Franken einfordern? Sicher nicht.»

Vorbilder für solche Staatsfonds gebe es im Ausland, so der Wirtschaftsprofessor – etwa in Norwegen oder Singapur: «Ein solcher Fonds wäre kein utopisches Projekt.» Allerdings müsse man klein anfangen, etwa mit 25 Milliarden Franken, und das Angebot danach schrittweise ausbauen.

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