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SNB-Vizepräsident Blattner tritt im Frühjahr 2007 zurück

Der Vizepräsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Niklaus Blattner, tritt auf die Generalversammlung von Ende April 2007 in den Ruhestand.

Blattner habe den Bankrat der SNB am Freitag über diesen Wunsch in Kenntnis gesetzt, teilte die Nationalbank am Freitag mit. Der 1943 geborene Blattner steht in der SNB dem II. Departement vor.

In dieser Funktion kümmerte sich der gebürtige Basler sich vor allem um die Finanzmarktstabilität und die Überwachung der Finanzmarktinfrastrukturen. Zudem ist sein Departement für Bargeld, Finanzen und Controlling zuständig.

Die Nationalbank teilte in ihrem Communiqué mit, Blattner habe Strukturen, Fachwissen und Berichterstattung der SNB im Zuständigkeitsbereich seines Departements erfolgreich aufgebaut.

In Fragen der Geld- und Zinspolitik trat Blattner etwas weniger öffentlich in Erscheinung als seine beiden Kollegen im dreiköpfigen SNB-Direktorium. Er wurde vom Bundesrat auf den 1. Januar 2001 ins Nationalbankdirektorium und als Vorsteher des II. Departements ernannt. Per 1. Juli 2003 wählte ihn die Landesregierung zum Vizepräsidenten.

Wissenschaftliche Tätigkeit

Blattner ist emeritierter Extraordinarius der Universität Basel. Zudem präsidiert Blattner die Stiftung Studienzentrum Gerzensee der SNB. Blattner promovierte 1970 an der Universität Basel in Volkswirtschaft. Seine weitere Karriere führte ihn über Ciba-Geigy (heute Novartis) und Universität Manchester zurück an die Uni Basel, wo er als Oberassistent arbeitete.

Nach der Habilitation 1976 wechselte Blattner ins Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (heute SECO). 1987 stiess er als Berater und Geschäftsleitungsmitglied zur Schweizerischen Bankiervereinigung. Dort war er 1998 bis 2000 Verwaltungsratsdelegierter und Geschäftsleitungsvorsitzender.

Ab 1979 dozierte Blattner als Extraordinarius in Basel Nationalökonomie. Im selben Jahr gründete er die Forschungsstelle für Industrie- und Arbeitsmarktökonomik. 2003 wurde er emeritiert.

Wissenschaftlich interessierte sich Blattner zunächst für die Theorie der Aussenwirtschaft und des Wirtschaftswachstums. Später wandte er sich Fragen des Arbeitsmarktes sowie der Konkurrenzfähigkeit insbesondere des Finanzmarktes zu. Blattner ist verheiratet und Vater zweier Töchter.

Nachfolge-Verfahren

Für die Ernennung eines Nachfolgers gilt folgendes Verfahren: Der Bankrat der SNB wird dem Bundesrat einen Nachfolger vorschlagen. Die Regierung ist aber nicht verpflichtet diesem Vorschlag zu folgen.

Im Jahr 2000 ernannte die Regierung Jean-Pierre Roth zum SNB- Präsidenten, obwohl der Bankrat Bruno Gehrig favorisiert hatte. Gehrig verliess bald darauf das Präsidium und übernahm das Verwaltungsratspräsidium des Lebensversicherers Swiss Life.

Bei der Regelung von Gehrigs Nachfolge folgte der Bundesrat dann wieder dem Vorschlag des Bankrats und berief Philipp Hildebrand in das Direktorium. Hildebrand wird nach Blattners Ausscheiden nächstes Jahr zum Vizepräsidenten des Direktoriums aufrücken und dürfte damit als Nachfolger von Jean-Pierre Roth feststehen. Roth ist 1946 geboren und damit drei Jahre jünger als Blattner. (dapd)

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