Frankreichs Eisenbahn: SNCF schreibt wieder schwarze Zahlen

Aktualisiert

Frankreichs EisenbahnSNCF schreibt wieder schwarze Zahlen

Nach dem Riesenverlust im Vorjahr ist die französische Eisenbahn SNCF im ersten Halbjahr wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Doch bald könnte die Staatsbahn Konkurrenz von den Deutschen bekommen.

Der TGV Lyria.

Der TGV Lyria.

«Die SNCF wird im ersten Halbjahr 2010 keine Verluste mehr haben, sie ist im grünen Bereich», erklärte Bahnchef Guillaume Pepy. Es handele sich jedoch nur um einen relativ kleinen Überschuss, sagte Pepy am Sonntag dem Rundfunksender Europe 1, ohne weitere Angaben zu machen. Damit sei man noch nicht zufrieden.

2009 hatte die SNCF einen Verlust von knapp einer Milliarde Euro hinnehmen müssen. Das war der erste Fehlbetrag seit 2001.

Nun seien die Anzeichen für eine Belebung der Aktivitäten im Güter- und Individualverkehr wieder sehr ermutigend, sagte Pepy. Dank dem Aufschwung und der Integration von neuen Gesellschaften stieg der Umsatz im ersten Halbjahr um ein Viertel.

Ungleiche Bedingungen

Pepy wird am Dienstag in Berlin mit seinem Kollegen Rüdiger Grube von der Deutschen Bahn und zusammentreffen. Teilnehmen werden auch Verkehrsminister Peter Ramsauer und sein französischer Kollege Dominique Bussereau.

Bei dem Spitzentreffen geht es um die ungleichen Wettbewerbsbedingungen. Die Bundesregierung dringt auf eine Öffnung des französischen Schienennetzes für die Deutsche Bahn. Die beklagt, dass die SNCF noch immer ein Monopol für den inländischen Personenverkehr habe. Umgekehrt sei die SNCF längst in Deutschland aktiv, etwa mit ihrer Tochter Keolis.

2006 wurden die Märkte im EU-Schienengüterverkehr geöffnet. Seit Anfang dieses Jahres müssen die Mitgliedsstaaten nach EU-Recht auch grenzüberschreitenden Personenverkehr zulassen. Die Staaten können aber ausländische Bahnbetreiber von ihrem Streckennetz noch weitgehend fernhalten. Die EU-Kommission bereitet derzeit eine Überarbeitung des bestehenden Regelwerks vor. (sda)

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