«Sniper» will sich selbst verteidigen
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«Sniper» will sich selbst verteidigen

Der als Heckenschütze von Washington angeklagte John Allen Muhammad wird im Prozess als sein eigener Verteidiger auftreten.

Der zuständige Richter in Virginia Beach (Virginia) gab am Montag kurz vor dem geplanten Beginn der Eröffnungsplädoyers einem überraschenden entsprechenden Antrag Muhammads statt. Danach wird das ursprüngliche Verteidiger-Team für den Fall in Bereitschaft bleiben, dass der 42-Jährige ihren Rat benötigt.

Muhammad wird beschuldigt, zusammen mit dem inzwischen 18- jährigen Lee Boyd Malvo vor einem Jahr zehn Menschen aus dem Hinterhalt erschossen zu haben.

In dem Verfahren geht es vorerst nur um einen der Morde: die Schüsse auf den Ingenieur Dean Meyers, der tödlich getroffen wurde, während er sein Auto betankte. Malvo soll wegen eines anderen der «Sniper»-Morde im November vor Gericht gestellt werden. Beiden droht im Fall eines Schuldspruchs die Todesstrafe.

Die Eröffnungsplädoyers in Prozessen geben stets erste Einblicke in die Strategien von Anklage und Verteidigung. Im Fall Mohammad wurde erwartet, dass Staatsanwalt James Willet den Angeklagten als Leiter eines «Tötungsteams» beschreiben würde.

Er soll zusammen mit Malvo die Morde unter anderem deshalb begangen haben, um vom Staat 10 Millionen Dollar zu erpressen.

Zur Untermauerung seiner Argumente wollte er auf einen «Berg» von Indizien wie Fingerabdrücke auf der Tatwaffe und am Tatwort sowie DNA-Proben verweisen, hiess es im Vorfeld des Plädoyers. Die Strategie der Verteidigung blieb nach Muhammads Vorstoss vom Montag unklar.

Am Freitag war nach einer viertägigen Prozedur die Geschworenen- Auswahl abgeschlossen worden. Malvo war eigens für den Muhammad- Prozess nach Virginia Beach gebracht worden. Er soll im Verfahren aber nicht aussagen, sondern auf Antrag der Anklage im Gerichtssaal sitzen, damit ihn Zeugen als Mittäter identifizieren können. (sda)

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