11.08.2020 12:11

«So schlecht sind sie»Snooker-Star O’Sullivan schiesst gegen die Jugend

«Ich müsste wohl einen Arm und ein Bein verlieren, damit ich aus den Top 50 falle», sagt Ronnie O’Sullivan über die junge Konkurrenz. Dabei läuft es dem Ausnahmekönner selber nicht nach Wunsch.

von
Tobias Müller
Ronnie O’Sullivan läuft es dieses Jahr am Snookertisch nicht ganz wie von alleine.

Ronnie O’Sullivan läuft es dieses Jahr am Snookertisch nicht ganz wie von alleine.

Foto: Keystone

Darum gehts

  • Ronnie O’Sullivan (44) spielt bei der WM gegen Mark Williams (45) um den Halbfinal-Einzug.
  • Vor der Partie wetterte der Engländer gegen die Snooker-Jugend, die offenbar keine Konkurrenz darstellt.
  • O’Sullivan selber musste aber in letzter Zeit auch die eine oder andere Niederlage gegen jungen Spieler einstecken.

Vielleicht musste Ronnie O’Sullivan einfach wieder mal ein bisschen Dampf ablassen, nach zuletzt durchzogenen Leistungen und dem sportlichen Druck, der auf dem Ausnahmekönner lastet. O’Sullivan murkste sich im Achtelfinal der Weltmeisterschaft in Sheffield gegen Ding Junhui mit 13:10 durch. Danach liess er seinen Emotionen freien Lauf und wetterte über die Snooker-Jugend. «Die jüngeren Spieler, die da nachkommen, sind schon nicht so gut. Viele würden nicht mal als Amateure gut aussehen, so schlecht sind sie.»

Grund für diese nicht ganz netten Worte war, dass O’Sullivan im Viertelfinal nun dem Waliser Mark Williams gegenübersteht. Williams ist 45 Jahre alt, O’Sullivan 44. Bereits vor über 25 Jahren duellierten sich die beiden am Welsh Open zum ersten Mal. Und auch noch heute stehen die beiden erfahrenen Spieler ganz oben in der Weltrangliste. Williams ist die Nummer 3, O’Sullivan die Nummer 6. Also zog «The Rocket» über den Nachwuchs her, er sagte: «Ich müsste wohl einen Arm und ein Bein verlieren, damit ich aus den Top 50 falle. Nur deshalb sind wir wohl noch so gut dabei, es sieht unten so schlecht aus.»

O’Sullivan selber war bereits als junger Spieler auf der Tour äusserst erfolgreich. Als 18-Jähriger gewann er die prestigeträchtige UK Championships, zwei Jahre später siegte er beim Masters und mit 22 schaffte er bei der WM in Sheffield das schnellste Maximum Break der Geschichte.

Doch bei aller Kritik scheint O’Sullivan zu vergessen, dass er selber in der Vergangenheit Mühe gegen jüngere Spieler bekundet hatte. Im sehr dünnen Snooker-Kalender 2020 stehen bei ihm zwei Saisonniederlagen zu Buche, eine davon gegen den 28-jährigen Billy Joe Castle im Februar beim World Snooker Shoot-Out. Vergangene Saison unterlag O’Sullivan unter anderem auch dem 24-jährigen Aargauer Alexander Ursenbacher.

Und wirklich befreit von Druck und negativen Gefühlen scheinen ihn die harschen Worte während des Fernseh-Interviews nun auch nicht zu haben. Im WM-Viertelfinal liegt er gegen Mark Williams bereits mit 2:6 im Rückstand.

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10 Kommentare
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quassellfritz

12.08.2020, 01:32

Recht hat er, der Ronnie. Wenn es die Juengeren wirklich drauf haetten waeren er, Williams, Higgins undsoweiter schon lange verschwunden.

Fan

11.08.2020, 15:42

Die Jungen hocken lieber am PC und machen E-Sport!!!

Echo

11.08.2020, 14:29

Schade, dass ein klasse Spieler wie Ronnie es nötig hat, so arrogant aufzutreten. Seine Aussagen sind eines fünfmaligen Weltmeisters nicht würdig. Wer selbst respektiert und geachtet werden will, muss auch seine Gegner respektieren und achten. Er wird zwar als grosser Snookerspieler in die Geschichte eingehen, nicht aber als grosse Persönlichkeit!