Snoop Dogg protestiert gegen Hinrichtung von Ex-Bandenchef
Aktualisiert

Snoop Dogg protestiert gegen Hinrichtung von Ex-Bandenchef

Snoop Dogg setzt sich an einer Kundgebung für den zum Tode verurteilten Stanley «Tookie» Williams ein.

Er rief den kalifornischen Gouverneur Arnold Schwarzenegger auf, Williams zu begnadigen.

«Stanley Tookie Williams ist kein gewöhnlicher Mensch, sondern eine Inspiration, die am Leben bleiben muss», sagte der Rapper am Samstag bei einer Grosskundgebung vor den Toren des San Quentin Gefängnisses nahe San Francisco.

Mehr als tausend Menschen, darunter viele Jugendliche, Geistliche und frühere Gang-Mitglieder, protestierten gegen die für den 13. Dezember festgesetzte Hinrichtung.

Der inzwischen 56-jährige Williams war Mitbegründer einer berüchtigten Strassengang in Los Angeles gewesen. 1981 wurde er wegen vierfachen Mordes im Gefolge seiner Raubzüge zum Tode verurteilt.

Für den Nobelpreis nominiert

Im Gefängnis wandelte sich Williams zu einem bekannten Kinderbuchautor und Prediger, der die Jugendlichen vom Weg in die Gewalt und Kriminalität abbringen will. In den vergangenen Jahren wurde er mehrfach für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Sein Leben wurde mit Jamie Foxx in der Hauptrolle verfilmt.

Er sei früher selbst Mitglied von Williams «Crips»-Bande gewesen, berichtete Snoop Dogg den Demonstranten. Doch habe Williams ihn dazu gebracht, sein Leben komplett zu ändern: «Das habe ich nicht von der Strasse gelernt. Nicht von meinem Vater oder einem Onkel, sondern von Stanley Tookie Williams».

In einer Botschaft an die Demonstranten sagte Williams, «wie ein Tier in einem Käfig gefangen zu sein» habe ihn dazu gebracht, in sich zu gehen und die gewaltsamen Methoden der Strasse abzulehnen. «Der Dämon lebt in uns, ihn müssen wir bekämpfen. Ich kann der Welt nun mitteilen, dass das Biest in mir tot ist».

Letzte Hoffnung: Schwarzenegger

Während der Kundgebung wurde eine CD mit Hip-Hop-Musik verteilt, die Schwarzeneggers Telefonnummer auflistet. Schwarzenegger ist Williams letzte Hoffnung. Seine Anwälte hatten bei dem kalifornischen Gouverneur ein Gnadengesuch eingereicht.

In einer Stellungnahme riefen kalifornische Staatsanwälte den früheren «Terminator» am Donnerstag dazu auf, dem Gesuch nicht nachzugeben. William sei ein «kaltblütiger Mörder». Er habe keine Gnade verdient. Seit 1967 wurde kein verurteilter Mörder in Kalifornien begnadigt.

(sda)

Deine Meinung