Aktualisiert 12.07.2013 22:07

Riesenauflauf in Moskau

Snowden will temporäres Asyl in Russland

Der geflohene Ex-Geheimagent Edward Snowden hat an einem Treffen mit Menschenrechtsaktivisten einen Antrag auf Asyl in Russland unterschrieben. Nun ist sein Statement im Wortlaut aufgetaucht.

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jam/kub/jbu

Der US-Geheimdienstexperte Edward Snowden hat seinen Antrag auf politisches Asyl in Russland unterschrieben. Das teilte der prominente russische Anwalt Anatoli Kutscherena nach Angaben der Agentur Interfax am Freitag nach einem Treffen mit dem 30-Jährigen mit.

Der Kreml hat dem US-Geheimdienstexperten Edward Snowden aber erneut Bedingungen für ein Bleiberecht in Russland gestellt. Der 30-Jährige müsse vollständig auf Enthüllungen verzichten, die den USA Schaden zufügten, sagte der Sprecher von Präsident Wladimir Putin, Dmitri Peskow, am Freitag der Agentur Interfax zufolge.

Der Parlamentsabgeordnete Wjatscheslaw Nikonow sagte, Snowden wolle die Bedingungen annehmen. Anfang Juli hatte der Informant diese noch abgelehnt.

Nach dem Treffen, um 17 Uhr Schweizer Zeit, hat Wikileaks Snowdens Statement im Wortlaut veröffentlicht.

Seit drei Wochen in Flughafen-Transit

Snowden, der durch die Enthüllung geheimer Programme zur Überwachung der Telefon- und Internetkommunikation weltweit für Aufsehen gesorgt hatte, sitzt seit knapp drei Wochen im Transitbereich des Flughafens Scheremetjewo fest. Die USA wollen ihm wegen Geheimnisverrats den Prozess machen.

Am Freitagnachmittag hatte sich Snowden am Flughafen mit einem Dutzend Bürgerrechtsaktivisten getroffen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Unter anderem nahmen Tanja Lokschina von Human Rights Watch (HRW), Sergej Nikitin von Amnesty International (ai) und der prominente Anwalt Genri Resnik an dem Treffen teil. Human Rights Watch veröffentlichte ein Foto des 30-Jährigen, auf dem er gut gekleidet erschien und offenbar bei guter Gesundheit war.

Snowden war zunächst nach Hongkong gereist und hatte von dort eine Reihe geheimer Dokumente an die Presse weitergegeben. Später verliess er die chinesische Sonderverwaltungszone, strandete jedoch in Moskau, weil die US-Behörden seine Papiere für ungültig erklärten.

Snowden beantragte in mehr als 20 Ländern Asyl, darunter in Deutschland. Während die meisten Länder ablehnten, boten ihm Venezuela, Nicaragua und Bolivien Zuflucht an. (jam/kub/jbu/sda)

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