Trotz Länderspielpause: So ärgert man die Bayern für zwischendurch

Aktualisiert

Trotz LänderspielpauseSo ärgert man die Bayern für zwischendurch

Obwohl die Ligen ruhen, wollen Bayern-Kritiker die Münchner weiter ärgern. Auf sportlicher Ebene gelingt dies jedoch im Moment ziemlich schlecht. Doch es gibt Hilfe.

von
dmo

Der FC Bayern reitet auf der Erfolgswelle. Ein Sieg reiht sich nahtlos an den nächsten. Im DFB-Pokal wie auch in der Bundesliga sind ernsthafte Konkurrenten nicht wirklich in Sichtweite. Die Tabelle führt man mit vier Punkten Vorsprung auf den Zweiten, den VfL Wolfsburg, an. Der Rivale Borussia Dortmund hat durch den miesen Saisonstart gar 17 Zähler Rückstand. Hinzu kommt, dass man in der Gruppenphase der Champions League so früh als Sieger feststeht, wie überhaupt noch nie.

Was also tun, wenn man die Bayern, und vor allem ihre Fans, sportlich gesehen nicht ärgern kann? Die «Welt» hat einige Thesen aufgestellt, mit denen das Bayern-Bashing losgehen kann.

Die Bayern sind so gut, weil sie reich sind

Beginnen wir doch gleich mal beim lieben Geld. 635 Millionen Franken Umsatz macht der Verein. Ein schönes Sümmchen. Dies sah in den 80er-Jahren auch schon anders aus. Man hatte Schulden. Mit dem Verkauf von Stürmer Karl-Heinz Rummenigge und anschliessend geschickten Investitionen ging es dann stetig bergauf. Doch dies passt den Konkurrenten natürlich überhaupt nicht in den Kram, und somit ist es auch so ziemlich der einzige Grund für den Erfolg des Klubs.

Die Bayern sind Schuld an einer langweiligen Bundesliga

Diesen Vorwurf liess sich vor kurzer Zeit Sportvorstand Matthias Sammer überhaupt nicht gefallen und meinte: «Blödes Zeug! Für die Spannung ist die Liga verantwortlich.» Da müsste man jedoch bedenken, dass die Liga aus den Vereinen besteht. Publizist Frank Hertel äussert sich im Buch «111 Gründe, den FC Bayern zu hassen» folgendermassen dazu: «Die Bayern spielen in einer anderen Liga. Sie sind drei Klassen besser als alle anderen Bundesligavereine. Das ist schädlich für den deutschen Fussball. Es ist schädlich, weil es die Bayern-Spiele vorhersehbar macht. Alles andere als ein Sieg der Bayern wäre schon etwas ganz Besonderes. So ist der Fussball nicht gedacht. Das Spiel soll spannend sein.» Mit dem kann man natürlich übereinstimmen – oder auch nicht.

Dortmund spielt den schöneren Fussball

Voll erwischt. Wenn es bis hier noch nicht geklappt hat, den Puls des Bayern-Anhangs in die Höhe zu treiben, spätestens jetzt sollte die Halsschlagader anfangen anzuschwellen. Dies muss wohl jeder für sich beurteilen – fest steht, dass anhand der Platzierung in der Bundesliga dies nicht unterstrichen werden kann. Und wäre dem trotzden so, zählen leider noch immer Siege.

Das Bayern-Dusel

Hierbei handelt es sich um einen in der Liga weit verbreiteten Mythos, der besagt, dass der Rekordmeister bei engen und umkämpften Spielen letztendlich das Dusel, das unverdiente Glück, stets auf seiner Seite hat. Von einem Reporter des Vereinssenders fcb.tv nach einem 1:0-Sieg gegen den Karlsruher SC auf das Bayern-Dusel angesprochen, meinte einst Uli Hoeness: «Sie müssen sich einen anderen Job suchen.» Aber in letzter Zeit mussten sich die Bayern damit sowieso nicht auseinandersetzen, sind knappe und schwierige Partien doch eher zur Seltenheit geworden.

Arjen Robben

Hacken wir doch noch auf einem einzelnen Akteur herum. Früher musste sich der Niederländer den Spitznamen «Alleinikow» gefallen lassen. Doch diese Zeiten sind Geschichte. Der Offensivstar ist eine der tragenden Figuren im Bayern-Spiel und im Moment in bestechender Form. Bei den den Bayern-Fans ist nur noch die Rede von «Riese Robben».

Der Rekordmeister ist ein schlechter Verlierer

Im Tauziehen um den damaligen Gladbacher Marco Reus zogen die Bayern vor zwei Jahren den Kürzeren. Dieser wechselte damals zu den Gelb-Schwarzen nach Dortmund. Jetzt scheinen die Münchner erneut Interesse am Stürmer zu zeigen. Rummenigge erwähnte diesbezüglich die 25 Millionen Euro betreffend seiner Ausstiegsklausel. Das alles deswegen, weil die Bayern eben schlechte Verlierer sind – so Kritiker.

Zum versöhnlichen Schluss soll gesagt sein, dass das alles mit dem nötigen Humor zu sehen ist. Und alle Bayern-Fans werden sich sagen: Mitleid bekommt man nachgeworfen, den Neid muss man sich verdienen.

Trotzdem: Vielleicht fallen Ihnen ja noch andere Punkte ein, die Sie an den Bayern nicht ausstehen können. Oder Sie sind komplett anderer Meinung? Egal auf welcher Seite Sie stehen: Diskutieren Sie mit in unserem Talkback.

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