Dank Bruder und Schwester - So beeinflussen Geschwister dein Berufsleben
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Dank Bruder und SchwesterSo beeinflussen Geschwister dein Berufsleben

Das Verhältnis zwischen Geschwistern hat Einfluss auf das Verhalten im Job. Denn Schwestern und Brüder lehren wichtige Fertigkeiten. Einzelkinder sind darum aber nicht benachteiligt.

von
Barbara Scherer
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Das Verhältnis zu Brüdern und Schwestern hat einen Einfluss auf das Berufsleben.

Das Verhältnis zu Brüdern und Schwestern hat einen Einfluss auf das Berufsleben.

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Wer früh auf kleinere Geschwister aufpassen musste und das toll fand, werde später im Job eher Verantwortung übernehmen wollen.

Wer früh auf kleinere Geschwister aufpassen musste und das toll fand, werde später im Job eher Verantwortung übernehmen wollen.

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Wer als Kind viel Unterstützung durch Geschwister erfahren habe, trete Berufskollegen und Vorgesetzten, die Ähnlichkeiten mit den eigenen Geschwistern haben, offener und freundlicher gegenüber.

Wer als Kind viel Unterstützung durch Geschwister erfahren habe, trete Berufskollegen und Vorgesetzten, die Ähnlichkeiten mit den eigenen Geschwistern haben, offener und freundlicher gegenüber.

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Darum gehts

  • Wer gerne auf seine Geschwister aufgepasst hat, übernimmt auch im Job eher Verantwortung.

  • Denn Aufwachsen mit Schwestern und Brüdern lehrt wichtige Fähigkeiten und Fertigkeiten fürs Leben.

  • Einzelkinder sind dadurch im Berufsleben aber nicht benachteiligt.

Streiten, nerven und bewundern – Beziehungen zu Geschwistern sind die längsten Verbindungen, die Menschen haben können. Dabei hat das Verhältnis zu Brüdern und Schwestern sogar einen Einfluss auf das Berufsleben.

So beeinflusst der Platz in der Geschwisterreihenfolge die Job-Wahl. Wichtig sei dabei, wie man die eigene Position erlebt habe, erklärt der Zürcher Psychologe Jürg Frick gegenüber «Business Insider»: Wer früh auf kleinere Geschwister aufpassen musste und das toll fand, werde später im Job eher Verantwortung übernehmen wollen.

Brüder und Schwestern, die ihre Geschwister gerne versorgt haben, übernehmen laut Frick also einen Job mit Personalverantwortung. Wer sich als Kind dazu gezwungen fühlte, sich um Geschwister zu kümmern, wird eher eine Position ohne grosse Verantwortung im Beruf suchen.

Auch Kooperation und Zusammenhalt werden gemäss Frick in der Kindheit zwischen Brüdern und Schwestern trainiert. Wer als Kind viel Unterstützung durch Geschwister erfahren habe, trete Berufskollegen und Vorgesetzten, die Ähnlichkeiten mit den eigenen Geschwistern haben, offener und freundlicher gegenüber.

Weniger Altersunterschied führt zu Konkurrenzdenken

Wie man sich im Beruf rivalisiert, lerne man ebenfalls als Kind von seinen Geschwistern. Dabei ist das Konkurrenzdenken bei gleichgeschlechtlichen Geschwistern höher als bei Brüdern und Schwestern. Bei Kindern mit weniger als 18 Monaten Altersunterschied soll die Konkurrenz besonders ausgeprägt sein.

Viele Menschen begegnen der Konkurrenz aber mit Abgrenzung, sagt Frick. Kinder versuchen, sich durch Verschiedenheit gegen ihre Geschwister zu behaupten: «Sie suchen sich unbewusst eine Nische, die ihr Bruder oder ihre Schwester noch nicht besetzt.»

Geschwister lehren wichtige Fertigkeiten fürs Leben

Nicht immer wählen Geschwister verschiedene Berufe, um sich voneinander abzugrenzen. Es könne durchaus vorkommen, dass jüngere Kinder den älteren Geschwistern in der Berufswahl nacheifern, sagt der Winterthurer Paar- und Familienpsychologe Henri Guttmann zu 20 Minuten.

Ein Beispiel dafür sind die Engelberger Geschwister Dominique, Marc und Michelle Gisin – alle drei haben Karriere als Skirennfahrer gemacht.

«Ob Geschwister sich aneinander orientieren oder sich voneinander abgrenzen, ist eine Charakterfrage», erklärt Guttmann. Grundsätzlich sei das Aufwachsen mit Brüdern und Schwestern ein Übungsfeld: Durch das Zusammenleben mit Geschwistern lerne man wichtige Fähigkeiten und Fertigkeiten fürs Leben.

Einzelkinder sind nicht benachteiligt

Wer ohne Geschwister aufwächst, ist darum aber nicht weniger vermögend im Beruf, versichert Guttmann. «Etliche Studien haben gezeigt, dass Einzelkinder nicht weniger sozial oder mehr rivalisierend sind.» Bei Familien mit einem Kind liege es an den Eltern, für soziale Kontakte zu sorgen.

«Das Einzige, was Einzelkinder erst später erlernen, ist die Streitkultur», so Guttmann. Denn sie würden oft erst im Kontakt mit Gleichaltrigen lernen, dass sie verpfiffen werden können oder ihre Spielsachen weggenommen werden. Dieser Kontakt entsteht aber meist erst in der Krippe oder Schule.

Geschwister beeinflussen auch den Charakter

Geschwister beeinflussen auch den Charakter einer Person. Laut dem deutschen Kinderpsychiater Michael Schulte-Markwort grenzen sich Kinder charakterlich voneinander ab: «Wenn das erste Kind zum Beispiel einen sehr fordernden, aktiven Charakter hat, sehe ich häufig, dass das zweite Kind eher zurückhaltend wird», sagt er zu «Business Insider». Kinder suchen sich so eine Nische in der Familie. Dieses Muster diene dazu, sich einen eigenen Platz bei den Eltern zu sichern.

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